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Schürzen-Comeback: Das Symbol der wiederentdeckten Häuslichkeit

Bild: Getty Images/Harold M. Lambert

Die Schürze als Symbol wiederentdeckter Häuslichkeit

Sie kann Symbol für Spießigkeit sein und Sex-Fantasien auslösen, Retro-Charme versprühen oder puren Pragmatismus verkörpern. Wenn ein so schlichtes Stück Stoff so vielseitig ist, musste es irgendwann ein fulminantes Comeback erleben: Die Schürze ist wieder da.


Es gibt Sätze, die möchte man am liebsten nie sagen, so unoriginell klingen sie. Aber seit sich das Leben zwischen Lockdowns und Lockerungen, Selbst- und Schnelltests abspielt, drängt sich einer dieser Sätze immer öfter auf: „Das waren noch Zeiten!" Damals, im Februar 2020, als die komplizierteste Frage vor einem Essen bei Freunden, die nach dem richtigen Gastgeschenk war, niemand an Bananenbrot dachte und man danach in großer Runde eng nebeneinander bei Wein in der Küche saß.

Etwas mehr als ein Jahr später ist das so unvorstellbar, dass selbst vehemente Kochmuffel die Küchen anderer Menschen vermissen. Da hilft nur der virtuelle Blick ins kulinarische Epizentrum, zum Beispiel über Instagram. Dort zu sehen sind Menschen, die kochen, backen, sautieren, tranchieren - und dabei auf ein Accessoire nicht mehr verzichten wollen: eine Schürze.

Eine Million Beiträge sind mit dem Hashtag #apron markiert, dem englischen Begriff für das doch eigentlich so simple Stück Stoff. Bloggerinnen präsentieren ihre zur Küche passenden Schürzen mit Animalprints, Nachwuchsmodels posieren in Rüschenmodellen vor idyllischer Landkulisse, Vintage-Shops zeigen Originale aus vergangenen Dekaden, kleine Labels ausgefallene Variationen und größere verweisen stolz auf Stars in ihren Designs.

Eine dieser Berühmtheiten ist Kendall Jenner. Als sich das Model vor einigen Monaten in einer mit grünen Vögeln und Blumen bedruckten Baumwollschürze des italienischen Labels La Double J. zeigte, war diese sofort vergriffen, mittlerweile ist das begehrte (und mit 60 Euro auch sehr bezahlbare) Stück wieder zu haben.

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