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Kurzstreckenflüge nur für Insekten

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Initiative "andererseits" für inklusiven Journalismus
www.andererseits.org

Maris sitzt so wie wir bei sich zu Hause in einem hellen, großen Zimmer und spricht mit uns über eine Computerkamera. In ihrem Zimmer schaut sie aus wie Rapunzel, nur mit kurzen Haaren. Maris macht bei Fridays for Future mit. Das ist eine Organisation, die versucht politischen Druck auszuüben wegen dem Klimawandel. Beim Klimawandel wird es wärmer, aber manchmal kurz auch kälter. Zum Beispiel, weil das Wetter extremer wird.

Die Menschen bei Fridays for Future wollen, dass die Politiker mehr gegen den Klimawandel machen. Dafür zeichnen sie auch selbst Plakate. Auf einem steht zum Beispiel: „Kurzstreckenflüge nur für Insekten". Die hängen sie jetzt während der Coronakrise aus dem Fenster, damit die Leute, die vorbeigehen, sie sehen können.


Maris ist 17. Normalerweise geht sie in Wien zur Schule. Jeden Freitag streikt sie und geht für zwei Stunden nicht zur Schule. Für die Lehrer ist das kein Problem. Die wissen schon, dass sie das macht und die meisten finden das ganz cool, sagt Maris.

Von Maris und den anderen Aktivist*innen kann man viel Neues lernen, zum Beispiel über den Klimawandel und die Probleme, die er verursacht. Wenn man Klimawandel hört, denken viele auch an Eisbären. Wenn das Eis wegen dem Klimawandel schmilzt, dann sterben die Eisbären und manche Orte werden überschwemmt. Dann kriegen die Tiere keinen Halt mehr und müssen sterben und das ist echt schade wegen der Tiere. Es schmelzen auch viele Gletscher.


Auch Flugzeuge machen viele Probleme für den Klimawandel, weil sie viele Abgase produzieren. Fridays for Future setzt sich nicht nur für Klimawandel, sondern auch für Umweltschutz ein. Dazu gehört die Luftverschmutzung. Ein Flugzeug macht ziemlich sehr viele Abgase aber das ist nicht so gut für die Tiere und auch nicht für die Menschen. Es ist für Tiere und für Menschen sehr schlecht, wenn man so viel Dreck einatmet. Und auch Müll gehört zum Umweltschutz. Wenn die Plastiksackerl am Boden liegen und es regnet, kann das Plastik ins Meer gebracht werden. Meerestiere wie zum Beispiel Schildkröten fressen oft Plastiksackerl, weil sie glauben, dass es Futter ist. Das soll man nicht, dann sterben sie. Und das ist echt schade und auch schlecht für die Umwelt. Maris denkt, dass man darüber nachdenken soll, was man kauft und dann vielleicht gleich wieder wegschmeißt.

Wir haben sie auch gefragt, ob es Gesetze gibt, um den Klimawandel aufzuhalten. Sie sagt, es gibt nur Richtlinien. Eine Richtlinie ist wie ein Vorschlag. Das heißt, dass man keine Strafe bekommt, wenn man das nicht macht. Es gibt verschiedene solche Vorschläge und Vereinbarungen aber es ist nicht genug. Wenn Länder sich nicht daran halten, passiert oft gar nichts.


Fridays for Future gibt es auch in anderen Ländern wie Russland. Dort war Maris für einen Schüleraustausch. In Russland ist es verboten zu demonstrieren. Man darf ein Plakat halten, aber zum Beispiel nicht rufen oder singen. Sie sagt das war eine sehr komische aber auch sehr spannende Erfahrung.


Am 24.April fand die letzte große Aktion von Fridays for Future online statt. Dafür haben sie international, also in vielen Ländern, einen Onlinestreik gemacht. Das Thema war: „für eine bessere Zukunft". Dafür haben viele Schilder und Fotos von sich gepostet oder Banner aus dem Fenster gehängt. Und es gab auch einen Livestream mit Musikern und Reden.

Gespräch: Hanna Gugler, Katharina Krophshofer, Illustration: Moritz Wildberger

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