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US Air Base Ramstein – Hand in Hand gegen Atomwaffen und Drohnen

Zahlreiche Menschen sind nach Ramstein-Miesenbach gekommen, um gegen die Rolle des US-Militärflugplatzes Ramstein beim Einsatz von Kriegsdrohnen zu demonstrieren. Foto: Weber

Tausende Menschen haben vor der Air Base in Ramstein demonstriert. Gemeinsam bildeten sie eine kilometerlange Menschenkette gegen Drohnen und Atomwaffen. Bei der Forderung nach der Schließung des US-Militärflugplatzes gab es Unterstützung auch aus der Politik.

Von Julian Weber, dpa

Ramstein-Miesenbach – Die dichten Wolken hängen tief über der Air Base in Ramstein. Die vielen Regenbogenfahnen der Friedensaktivisten setzen sich wie bunte Farbkleckse vom grauen Himmel ab. Hand in Hand stehen die Menschen auf der abgesperrten Straße, um gegen die Rolle des US-Militärflugplatzes beim Einsatz von Kriegsdrohnen zu protestieren.

Nur wenige Hundert Meter vom Eingang der Air Base entfernt hat sich Johannes Molitor aus Zweibrücken in die Menschenkette eingereiht. Der 49-jährige Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens ist gekommen, um für den Frieden einzutreten. «Ich kenne den Krieg nicht, nur aus Erzählungen und Empfindungen, die wiedergegeben wurden», sagt Molitor. Wenn sich die Menschheit weiterenwickeln wolle, sei Frieden aber die absolute Voraussetzung.

Sima Kassaie erhofft sich von der Demonstration mehr Aufmerksamkeit für das Thema und ein Umdenken in der Gesellschaft. Die Soziologin aus Frankfurt hält ein Banner mit der Aufschrift «Krieg und Militär lösen keine Probleme» in der Hand. «Man fragt sich schon, warum man die Militärausgaben weiter steigern muss, obwohl so viele Menschen unter schlimmsten Bedingungen leben», sagt die 59-Jährige.

Immer wieder donnern über die Menschenkette und die Kundgebungen dunkelgraue Militärflugzeuge hinweg, die von der Air Base abheben. Sekundenlang ist dann nur der ohrenbetäubende Lärm der Turbinen zu hören. Zu der Demo kamen nach Angaben des Veranstalters ungefähr 5000 Friedensaktivisten. Die Polizei sprach hingegen von bis zu 3000 Menschen. Zusammenfassend sei es sehr friedlich gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch Reiner Braun von der Kampagne «Stopp Air Base Ramstein» ist zufrieden. «Wir haben es zum ersten Mal geschafft, die Menschenkette zu schließen. Mensch an Mensch, ganz eng», sagt Braun. Die Demonstration richtetet sich auch gegen Aufrüstung und die Modernisierung von Atomwaffen, die wegen der Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea wieder verstärkt im Gespräch sind.

Im Dezember 2016 hatte das Auswärtige Amt im Bundestag berichtet, dass die US-Botschaft erstmals eingeräumt habe, Relaisstationen in Ramstein für die Weiterleitung von Signalen für Drohnenangriffe in Asien und Afrika zu verwenden. Eine Sprecherin der Air Base betonte, dass von Ramstein aus keine Drohnen eingesetzt werden.

Bei der Abschlusskundgebung forderte der Linken-Politiker Oskar Lafontaine die Schließung der Air Base und den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland. «Drohnenkriege sind völkerrechtswidrige Morde, und wir haben überhaupt kein Recht, für solche Morde deutsches Territorium zur Verfügung zu stellen», sagte der Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag.

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