Julian Feldmann

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Priesterseminar Redemptoris Mater Köln öffnete seine Türen

Kapelle

Immanuel Renz zeigte den Besuchern die Sakramentskapelle. Der 22-Jährige Münchener ist einer von derzeit 35 Seminaristen. Foto: Horst Müller

Endenich. Reges Interesse hat am Sonntag ein Tag der offenen Tür im Priesterseminar Redemptoris Mater Köln hervorgerufen. An der Endenicher Kapellenstraße leben seit dem Jahr 2001 Seminaristen des Neokatechumenalen Weges aus der ganzen Welt im ehemaligen Benediktinerinnenkloster "Maria Hilf".

Immanuel Renz (22) aus München und der Italiener Paolo Radi (25), zwei der aktuell 35 Seminaristen aus elf Nationen, führten die Besucher durch das Kloster, in dem bis zum zweiten Weltkrieg 200 Benediktinerinnen lebten.


Das Kloster wurde um die sogenannte Marterkapelle herum gebaut. Der Legende nach wurden dort im Jahre 295 die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius von den Römern geköpft.


Draußen präsentierte Renz den umgebauten Eingangsbereich und betonte, wie wichtig es gewesen sei, das Gebäude "offen zu gestalten und transparent zu sein". Als "spirituelles Herzstück des Seminars" beschrieb er den Kapitelsaal. Und erklärte den Gästen Funktion und Bedeutung des Raumes. Dreimal am Tag beten alle Bewohner des Redemptoris Mater hier gemeinsam.


Als einen "Ort der Wüste" bezeichnete Renz den Kapitelsaal, der schlicht eingerichtet ist. "Diese Wüste beschreibt auch das Gefühl der Einsamkeit, das ich hier manchmal habe", sagte Renz. "Wir Seminaristen haben ja alle unsere Heimat verlassen." Das wollte er nicht missverstanden wissen. Er sei gerne im Priesterseminar. Während einer Pilgerfahrt nach Fatima in Portugal habe er "den Ruf Gottes gehört", den er jetzt im Seminar prüfe, so Renz.


Dass es nicht immer leicht ist, machte Paolo Radi an einem Beispiel fest: "Wenn man im Sommer die Mädels an der Uni sieht, fragt man sich schon, ob es richtig ist, auf eine Familie zu verzichten und den Weg des Priesters einzuschlagen." Paolo sieht sich aber auf dem richtigen Weg. "Wir sind missionarisch und international. Nach der Ausbildung gehen wir hin, wo Evangelisierung notwendig ist."


Das Kloster in der Nähe des Kreuzbergs stellt das Erzbistum Köln zur Verfügung. Die ersten acht Jahre war das Redemptoris Mater Köln "ad experimentum", also auf Probe, geöffnet. Erst Ende 2009 erkannte Joachim Kardinal Meisner es als dauerhafte Institution der Priesterausbildung an.


Seit diesem Zeitpunkt wurden 13 Seminaristen zum Priester geweiht, die im gesamten Erzbistum tätig sind. Das Redemptoris Mater Köln ist eines von weltweit 96 Priesterseminaren. Finanziert wird es zu 70 Prozent aus Spenden, den Rest steuert das Kölner Erzbistum bei.


Artikel vom 08.07.2013

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