Julian Feldmann

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Sechs junge Bonner rudern und paddeln 2516 Kilometer

Bonner jugendliche

Sind unterwegs auf der Donau: Timon Pantelouris (von links), Jereon Grewel, Dominik Skora, Antonia Engel, Juliane Heinze und David Schneider. Foto: JULIAN FELDMANN

BONN.  Nach wochenlangen Vorbereitungen sind Antonia Engel, Juliane Heinze, Jereon Grewel, David Schneider, Dominik Skora und Timon Pantelouris unterwegs auf der Donau. Die sechs Abiturienten starteten am Sonntag ihre Rudertour in Ingolstadt und wollen in rund 80 Tagen 2516 Kilometer durch neun Länder zurücklegen - vorbei an Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad bis nach Sfantu Gheorghe am Schwarzen Meer.

Ursprünglich hatten die jungen Bonner zu fünft geplant, doch Timon Pantelouris war von dem Vorhaben so begeistert, dass er sich kurzerhand ein Kanu geliehen hat und sich seinen Ruderfreunden anschloss. "Zwar bin ich eigentlich Ruderer und sitze zum ersten Mal in einem Kanu, aber das kann ja nicht so schwer sein", sagt er und grinst. Zwischen 20 und 70 Kilometern legen die sechs täglich zurück.


"Besonders gespannt bin ich auf die vielen Menschen und fremden Kulturen, die wir unterwegs kennen lernen werden. Völkerverständigung spielt eine große Rolle", sagt Antonia Engel. Die 18- bis 19-jährigen sind nicht allerdings alleine auf der Donau unterwegs. Sie schließen sich der Tour International Danubien (TID) an, bei der bereits zum 58. Mal Wassersportler aus ganz Europa auf dem zweitgrößten und -längsten europäischen Strom rudern und paddeln. Dass ein Team die gesamte Strecke am Stück zurücklegt, ist bei der TID aber eher die Ausnahme. Viele Kanuten und Ruderer reisen Jahr für Jahr immer wieder an die Donau und bewältigen ein Teilstück.


Die sechs Bonner werden aber eine kleine Pause einlegen und ihre Tour für vier Tage unterbrechen. Dann geht es zurück zu ihrem Abiball. "Das dürfen wir uns schließlich nicht entgehen lassen", sagt Jereon Grewel und ergänzt: "Ein wenig Erholung tut den Muskeln dann bestimmt auch gut."


Im Erkunden fremder Länder sind sie alle bereits geübt. Während ihrer Schulzeit am Friederich-Ebert- sowie am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium waren sie jeweils im Schüler-Ruder-Club und im Gymnasial-Ruder-Club aktiv. Mit ihren Vereinen sind sie schon auf vielen Flüssen Europas unterwegs gewesen. "Neu ist allerdings die extreme Länge", sagt Dominik Skora und fügt zuversichtlich hinzu: "Aber wir werden uns gut verstehen."


Nach dem täglichen anstrengenden Pensum schlagen sie mit den anderen TID-Teilnehmern ihre Zelte an festgelegten Anlegestellen auf. Dort gibt es dann oft ein Abendessen und ein kulturelles Programm von lokalen Vereinen für die Gäste. "Und wenn es mal kein Essen gibt, ist das nicht schlimm", sagt Antonia Engel. "Mit unseren Campingkochern sind wir unabhängig und kochen einfach selbst."


Eigenständigkeit spielt auch für Juliane Heinze eine wichtige Rolle: "Ich freue mich, nach der Schule unsere Freiheit zu genießen und in den Tag hinein zu leben." "Einfach mal abschalten und die Natur genießen", das möchte auch David Schneider. Ganz ohne moderne Kommunikationstechnik geht's es aber nicht, denn die Sechs wollen in soziale Netzwerken und einem eigenen Blog von ihren Erlebnissen berichten.


Nach der Tour beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt. Geplant haben die Abiturienten Studium, Ausbildung, Freiwilliges soziales Jahr und weitere Reisen. Zunächst jedoch geht es nur um das gemeinsame Abenteuer auf der Donau.


Artikel vom 26.06.2013


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