Julian Feldmann

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Kinder aus drei Bonner Kitas freuen sich über frühes Weihnachtsgeschenk

Kita lummerland

In der Kita Lummerland: Bodo Gensch und Annie Duchez verteilen Bücher an die Mädchen und Jungen. Foto: Roland Kohls

TANNENBUSCH.  325 Kindergartenkinder hat der Bonner Verein "Kleiner Lernspatz" im Laufe der Adventszeit beschenkt. Er ließ den Kindern aus drei Bonner Kitas jeweils ein Buch im Wert von zehn Euro zukommen. Finanziert wurden die Bücher von der Stiftung "help and hope". Ziel der Aktion ist es, das Lesen zu fördern.


Gut 100 Kinder saßen jetzt mit fröhlichen Gesichtern auf dem Boden des Gemeinschaftsraumes in der Kindertagesstätte Lummerland in Tannenbusch. Es wurde gesungen und die Erzieherinnen verteilten selbst gebackene Weihnachtsplätzchen. In den Händen hielt jedes Kind ein in buntes Papier eingepacktes Buch - mal größer, mal kleiner.


"Die Kinder bekommen alle unterschiedliche Bücher", sagte Bodo Gensch vom Verein Kleiner Lernspatz und erklärte: "Bei der Vergabe der Bücher achten wir genau auf den Lernstand des einzelnen Kindes." "Interaktives Vorlesen" ist laut Gensch die effizienteste Methode, die Sprachentwicklung kleiner Kinder zu fördern. Besonders bei sozial benachteiligten Kindern seien die Sprachdefizite "erschreckend".


Gegen diese Entwicklung arbeitet der Verein seit sechs Jahren. Begonnen hat alles, als die heutige Vorsitzende Annie Duchez und Bodo Gensch erfuhren, dass in Bonn 18.000 kleine Kinder unter Hartz-IV-Bedingungen leben. Zunächst trafen sie sich mit den Leiterinnen von vier Bonner Kindertagesstätten, um herauszufinden welche pädagogisch sinnvollen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten es für kleine Kinder gibt. In der Regel können laut Gensch viele Materialien aus finanziellen Gründen weder von den Einrichtungen noch von den Eltern der Kinder angeschafft werden.


Mittlerweile organisiert der Verein viele Projekte. Unter anderem konnten die Kinder einen Bauernhof besuchen. "Das war für die Kinder etwas ganz Besonderes", so Gensch. "Einige von den Kindern hatten vorher noch nie ein Huhn gesehen." Besonders wichtig ist Gensch die Entwicklung eines Sprachförderungskonzeptes: "Gemeinsam mit der Universität Koblenz möchten wir das, was wir in der Praxis feststellen, auch wissenschaftlich untermauern."


Bei den Kindergartenkindern kommen die Bücher auch ohne wissenschaftlichen Beweis gut an. Mit strahlenden Augen kamen viele auf Gensch zu, um sich für das Geschenk zu bedanken.


Artikel vom 19.12.2013
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