Jennifer Ilona Lange

Politik- und Wirtschaftsjournalistin, Hamburg

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Schulgipfel und Digitalisierung

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Eine neue Lieferung Tablets. Finanziert aus dem 500 Millionen-Euro-Sofortprogramm des Bundes. Noch kann das Hamburger Albrecht-Thaer Gymnasium damit nicht viel anfangen. Programme müssen aufgespielt, die Tablets ins Schul-Netzwerk eingebunden werden. Dafür zuständig der Geografielehrer und zwei Kollegen.

Matthias Drieschner, Geografielehrer am Albrecht-Thaer-Gymnasium
„Wir würden uns Unterstützung wünschen bei Installationsvorgängen, bei Reparaturen, die anfallen, bei Austausch von Tastaturen, Mäusen etc, von allem was mal kaputt gehen kann, das sind Dinge, die würden wir ganz gerne auslagern.“

Gebraucht würden echte IT-Experten. Doch dafür gibt es derzeit noch kein Geld.
Laptops setzt Matthias Drieschner in seinem Geografie-Unterricht bereits ein.

((Szene: Dann würde ich ganz gerne mal, dass ihr die Internetseite aufruft. Und das ganze sieht dann so aus.))

Einige Schüler bringen ihre privaten Geräte mit in den Unterricht.
Doch das kann nicht jeder.

Fernanda Fuß, Schülerin 12. Klasse
„Ich wollte mir von der Schule noch einen Laptop ausleihen, weil wir seit neuestem die Möglichkeit haben, uns auch Geräte auszuleihen, weil ich Zuhause momentan keinen Laptop habe, der funktioniert.“

Doch selbst wenn genügend Laptops da sind, in den meisten Klassenräumen fehlt das WLAN.

Jan Weber, Schüler 12. Klasse
„Ich muss jetzt immer Hotspot von meinem Handy benutzen, wenn dann natürlich das Internet mal langsam ist, ist das auch problematisch. Ansonsten wäre das schon praktischer, wenn wir hier von der Schule das WLAN kriegen. Das wird wahrscheinlich hier, solange ich auf der Schule bin, nicht mehr passieren, aber hat die Schule immerhin vor.“

Auch die Lehrer müssen derzeit häufig noch ihre privaten Geräte mitbringen.

Silke Ziebarth, Lehrerin
„Es ist mittlerweile so ein selbstverständliches Gerät, was jeder Lehrer, jede Lehrerin braucht, definitiv, dass man wirklich mal darüber nachdenken könnte, ob Dienstgeräte angebracht sind, so wie in jeder anderen Firma.“

Angesichts solcher Missstände fürchten viele Eltern eine zweite Runde Home-Schooling, also Fernunterricht. Deutschland sei darauf immer noch nicht gut vorbereitet.

Anna-Maria Kuricová, Familien in der Krise
„Einige Schulen sind da soweit und haben vielleicht computeraffine Lehrer, wie es immer so schön heißt, die das machen oder eben nicht. Und da sind wir genau bei diesem Knackpunkt, dass wir einfach von Bildungsgleichheit hier in Deutschland nicht sprechen können.“

Zudem fehle eine langfristige Perspektive. In wenigen Jahren sind die Geräte bereits wieder veraltet, müssen ausgetauscht werden. Wer das dann bezahlt: völlig offen.