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Donald Trumps Twitter-Erbe: Sorry, wir haben den Präsidenten gelöscht

Donald Trump ließ seinen Twitteraccount glühen wie kein anderer US-Politiker. Aber wie dokumentiert man eine 280-Zeichen-Präsidentschaft? Historiker und Archivare stehen vor ganz neuen Herausforderungen.

Nach 56.571 Tweets war Schluss. Am 8. Januar suspendierte Twitter den persönlichen Account @realDonaldTrump von Präsident Donald Trump – zwei Tage, nachdem ein von ihm aufgeputschter mordlustiger Mob das US-Kapitol gestürmt hatte. Auch Facebook und Instagram trennten ihn zumindest vorübergehend vom Netz.

Twitter nahm damit Trump das Megafon, das er seit 2009 nutzt. Anfangs machte er auf dem sozialen Netzwerk Werbung für Fernsehauftritte und seine Miss-Wahlen, ab 2016 nutzte er es für den Präsidentschaftswahlkampf. Und gelobte nach seinem Sieg Besserung: »Ich werde mich sehr zurückhalten, falls ich es überhaupt nutze«, sagte Trump über seine Twitter-Aktivitäten vor dem Einzug ins Weiße Haus.

Es kam ganz anders. Trump trat in 280 Zeichen Handelsstreit los, setzte Unternehmen unter Druck, demütigte und feuerte Minister, beschimpfte Mitarbeiter und politische Gegner, bestritt die Rechtmäßigkeit der Wahlergebnisse 2020, stachelte schließlich gewalttätige Demokratiegegner auf. Laut Schätzung der »Washington Post« verbrachte Donald Trump vom Amtsantritt im Januar 2017 bis Mai 2020 etwa 233 Stunden mit dem Schreiben von Tweets.


Die ganze Geschichte bei Spiegel Plus


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