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Der Glanz der Schattenwirtschaft | ARTE [2]

Der amerikanische Autor Robert Neuwirth macht sich für Schwarzmärkte stark. Seine These: Für viele Entwicklungsländer wäre diese Art des Wirtschaftens sinnvoll. Vier Jahre lang hat er in den Slums von Entwicklungsländern gelebt. Schwarzmärkte ermöglichen dort oftmals eine halbwegs funktionierende Infrastruktur.

"Die Schattenwirtschaft wird verachtet als krimineller Schwarzmarkt, dabei erwirtschaftet sie jährlich 10 Billionen Dollar - sie ist eine Supermacht", sagt der US-amerikanische Buchautor Robert Neuwirth. Er steht auf der größten Müllkippe Afrikas in Lagos, Nigeria. Hunderte Menschen wühlen hier im Abfall der Megacity nach Verwertbarem. Neuwirth hat hier monatelang bei den Müllsammlern recherchiert und auch bei den Straßenhändler, die gebrauchte Mobiltelefone oder gefälschte Markenartikel verkaufen. Sie zahlen keine Steuern, sind nicht registriert und haben keinen Schulabschluss, aus unserer Sicht illegal, doch „sie sorgen für Wohlstand und Wachstum“, sagt Neuwirth.
Der Film taucht ein in die kaum bekannte Welt der informellen Kleinstunternehmer. Er zeigt ihr Können, ihre Kreativität und ihre Bedeutung für die Bekämpfung der Armut, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingswelle aus Afrika. "Von den Informellen", so auch der Sozialökonom Michael Grimm, "kann ein wirtschaftlicher Aufschwung ausgehen, der die Armut beendet."

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Jan Kerckhoff

Jan Kerckhoff

München