Jakob Vicari

Wissenschaftsredakteur, Lüneburg

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Artikel

Die Punktlandung

Die Punktlandung

Werber verhandeln nicht, sie überzeugen.
Das dachte auch Agenturchef Michael Trautmann.
Bis eine kleine Idee auf seinem Schreibtisch landete.

1. Der Werber

Ein junger Mann betritt im Dezember 2009 das Büro des Agenturchefs. Er legt ein weißes Blatt Papier mit den Buchstaben hiv auf den Tisch. „In fünf Sekunden ist das deine internationale Aids-Kampagne“, sagt er zum Chef, setzt einen Punkt vor die Buchstaben und schiebt ihm das Blatt zu. Dort steht jetzt .hiv, eine Top-Level-Domain im Internet. Die will er bekommen.

Michael Trautmann, Chef der Hamburger Agentur Thjink, stellt zwei Fragen: „Was kostet der Spaß?“ Martin Poggenclass, Werber mit einem Hang zum Tüfteln, schätzt eine Million Dollar. „Und wie hoch ist unsere Chance?“ Antwort: fünf Prozent.
So mancher Agenturchef hätte dem jungen Mann zu seiner Idee gratuliert und die Idee in der Schublade verschwinden lassen. Trautmann gibt seinem Team drei Monate Zeit, sie weiterzuentwickeln. Inzwischen sind daraus vier Jahre geworden – und .hiv gibt es immer noch nicht. „Das hat die Möglichkeiten einer Werbeagentur vollkommen überschritten“, sagt er.

▶ Die ganze Geschichte von dotHIV lesen Sie online in der Ausgabe "Wir müssen Reden. Schwerpunkt: Verhandeln".