Jakob Vicari

Wissenschaftsredakteur, Lüneburg

34 Abos und 55 Abonnenten
Artikel

Sind Frieren und Schwitzen ungleich verteilt?

Harlemheat quadr jpg 1.w1200.h630.x2.f375x498

hybridimages / shutterstock.com

Das Harlem Heat Projekt hat arme Viertel mit Temperatursensoren ausgestattet

Ein Beispiel für den einfachen und wirkungsvollen Einsatz von Sensoren

Journalismus der Dinge- Strategien für den Journalismus 4.0 "Übelkeit, schneller Herzschlag. In der vergangenen Woche, als die Hitzewelle kam, hatten wir so was. Krämpfe in unseren Beinen. Fast wären wir in unserer Wohnung umgekippt."

- Harlem-Einwohnerin Michelle Holmes zu Reporterin Sarah Gonzalez

Selbst aus der Temperaturmessung kann ein spannendes Projekt mit Leserbeteiligung werden. Das zeigt das "Harlem Heat Project". 2016 hat der amerikanische Wetterdienst AdaptNY in Zusammenarbeit mit NGOs und Sensorjournalismus-Pionier John Keefe (@jkeefe) Bewohner von Harlem mit Temperatursensoren ausgestattet, um herauszufinden, ob und wie die Menschen unter der Sommerhitze leiden. Die Vermutung: Ein Teil der ärmeren Bevölkerung lebt in schlecht isolierten Wohnungen ohne Klimaanlagen und leidet so besonders unter der Hitzewelle. Doch zur individuellen Belastung einzelner Personengruppen liegen kaum Daten vor. Und das macht auch die journalistische Berichterstattung schwierig. Etwa 30 dieser Leser-Wissenschaftler aus Harlem haben sich an den Messungen beteiligt. Das New York Public Radio WNYC begleitete das Projekt journalistisch. Reporterin Sarah Gonzalez schrieb, dass durch die Hitze genauso viele New Yorker sterben wie Fußgänger durch Autounfälle.


Zum Original