Jakob Vicari

Wissenschaftsredakteur, Lüneburg

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© Jan Robert Dünnweller


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Ein Rollstuhlaktivist, ein Baumhausbesitzer, ein Stalking-Opfer: Mit Online-Petitionen kämpfen sie für ihr Recht.

Von Jakob VicariIllustration © Jan Robert Dünnweller


Die ausserparlamentarische Opposition sitzt vor dem Brandenburger Tor im Rollstuhl: Raul Krauthausen, studierter Kommunikationswirt, 36 Jahre alt, Glasknochen, 338 155 Stimmen hinter sich. So viel hat die Petition «Recht auf Sparen und für ein gutes Teilhabegesetz» gesammelt, für die er auf der Online-Petitionsplattform Change.org um Unterstützung wirbt. Im Bundestag, 500 Meter Luftlinie entfernt, diskutieren die Parlamentarier gerade über die Gesetzesänderung, die Krauthausen beeinflussen will; draussen demonstrieren die Rollstuhlfahrer zwischen Umzugskartons, die sie mitgebracht haben.

Krauthausen möchte nicht im Pflegeheim leben, er will, dass der Staat ihm weiterhin Alltagshelfer bezahle, die ihm ein selbstbestimmtes Leben ermöglichten. Das kostet etwa 10 000 Euro im Monat. Und er will verhindern, dass der Staat dafür Vermögen, das die Grenze von 2000 Euro übersteigt, einzieht. «Das bedeutet Armut», sagt Krauthausen. Deshalb die Petition. Die Demonstration aber hat einen anderen Grund. «Wir klauen dem Bundestag die Bilder», sagt Krauthausen. Er lacht zufrieden. Sein Rollstuhl steht zwischen den Stativen und Taschen mehrerer Fernsehteams. Die OnlinePetition hat sein Anliegen gross und die Presse aufmerksam gemacht.


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