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7 Tipps für eine gelungene Bergtour

Fernwandern statt Fernflug, Schlaflager statt Hotelburgen: Die Urlaubssaison 2020 wird für viele anders ablaufen als sonst. Zahlreiche Reiseziele, die bei den Deutschen beliebt sind, fallen dieses Jahr aus. Stattdessen werden viele ihren Urlaub in Deutschland verbringen und vielleicht auch zum ersten Mal in die Berge fahren. Doch die Natur in der Höhe ist oft empfindlicher als im Tal. Kleine Eingriffe haben oft weitreichende Konsequenzen. Deshalb kommen hier sieben Tipps, wie ihr euch in den Alpen und den Mittelgebirgen richtig verhaltet.

Wege nicht verlassen

In den Alpen und den Mittelgebirgen gibt es ein dichtes Netz an Forst- und Wanderwegen. Wer sie verlässt und querfeldein läuft, stört nicht nur Tiere, die dort leben. Sondern trägt auch dazu bei, dass sich neue Pfade bilden. Beim nächsten Regenschauer oder bei der Schneeschmelze im Frühjahr erodiert der Boden und es können großflächige Schäden entstehen. Wer den Wegen folgt, verliert auch nicht so schnell die Orientierung. Denn das Wegenetz in den Alpen ist gut beschildert. Deshalb: Besser auf den Wegen bleiben.

P.S.: Mit unserem Gehzeitrechner könnt ihr überschlagen, wie lange ihr für eine Tour braucht.

Pflanzen schonen

Schwer zu glauben: Fragile Pflanzen wie die Alpenrose, der Enzian oder natürlich das Edelweiß trotzen dem ruppigen Bergwetter mit seinen kräftigen Winden, der starken Sonneneinstrahlung und eisiger Kälte samt meterhohem Schnee im Winter. Doch so schön und beeindruckend sie sind, so gefährdet sind sie auch. Deshalb ist es streng verboten, seltene Pflanzen zu pflücken um sie daheim in die Vase zu stellen. Was natürlich geht, ist, die Blumen zu fotografieren. Deshalb: Bergpflanzen auf Instagram: ok! Bergblumen in der Vase: nicht ok!

Rücksicht untereinander

Je höher man kommt, desto schmaler werden die Wege. Wenn dann auch noch Gegenverkehr herrscht, kann es schnell eng werden. Umso wichtiger ist es, sich abzusprechen. Als Faustregel gilt: Wer absteigt, hält an. Für Mountainbiker gilt, dass Wanderer prinzipiell Vorrang haben. Aber abseits aller Regeln: miteinander sprechen ist noch immer die beste Lösung, um Konflikte zu vermeiden. Deshalb: rücksichtsvoll miteinander umgehen und nichtum jeden Preis auf sein Recht beharren.

Vorsicht auf Almweiden

Kühe sind lila und können sprechen? Wer regelmäßig in den Alpen unterwegs ist, wird früher oder später eine Almweide überqueren und auf Kühe stoßen. Normalerweise sind die Tiere sehr friedfertig, mit ein wenig Abstand kann man beruhigt an ihnen vorbeigehen. Wer allerdings mit einem Hund unterwegs ist, muss ein paar zusätzliche Regeln beachten, die ihr hier nachlesen könnt. Denn manchmal reagieren Kühe mit Jungtieren aggressiv auf Hunde. Wichtig ist auch, Almgatter wieder zu schließen, damit die Tiere nicht aus ihrem Gehege ausbüxen und im schlimmsten Fall abstürzen. Deshalb: Hunde anleinen, Abstand halten und Almgatter zumachen.

Mit Köpfchen anreisen

Wenn der Bergtag mit einem Verkehrschaos auf der Straße und am Wanderparkplatz beginnt, macht die Tour gleich weniger Spaß. Deshalb wenn möglich mit den Öffentlichen anreisen. Das geht nicht? Klar! Immer mehr Regionen bieten Bergsteigerbusse an, die vom Bahnhof in beliebte und lohnende Gegenden fahren. So tut man nicht nur der Umwelt einen Gefallen, sondern erspart sich auch die Parkplatzsuche. Wenn es doch das Auto sein muss, bitte nur auf Parkplätzen halten und nicht wildparken. Deshalb: Die Anreise bei der Tourenplanung mitberücksichtigen.

Mehrtagestouren sorgfältig planen

Wer mehrere Tage in den Bergen verbringen will, braucht eine Unterkunft. In den Alpen gibt es ein dichtes Netz an Alpenvereinshütten, in denen man günstig übernachten kann. Aber kann ich mir das nicht auch sparen und einfach mein Zelt aufbauen? Nein! Zelten ist in den bayerischen Alpen grundsätzlich verboten. In Österreich und er Schweiz unterscheiden sich die Gesetze von Region zu Region. In den Mittelgebirgen gibt es hingegen zahlreiche Trekkingplätze. Dort ist das Übernachten erlaubt. Deshalb: Hüttenplatz reservieren.


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