Henry Steinhau

Medienjournalist & Autor, Berlin

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Artikel

Andy Warhols farbige Prince-Porträts sind erlaubte Foto-Bearbeitungen

Der Pop-Art-Künstler Andy Warhol ist zwar schon 1987 gestorben, steht aber immer noch vor Gericht. Es geht im aktuellen Fall um eine 1984 entstandene Serie von Porträtbildern, die den Musiker Prince in für Warhol typischen grellen Farben und reduzierten schwarzen Konturen zeigen. Als Vorlage für die 16-teilige „Prince Series" von Siebdrucken und Papierzeichnungen diente ein Schwarz-Weiß-Bild der Fotografin Lynn Goldsmith, das bereits Ende 1981 entstanden ist.

Wie unter anderem die New York Times und Artnet News unter Berufung auf eine Agenturmeldung berichteten, erwarb die Zeitschrift „Vanity Fair" 1984 für 400 US-Dollar Lizenzen für das bis dahin unveröffentlichte Schwarz-Weiß-Foto von Goldsmith und gab dieses an Warhol weiter. Er war beauftragt, eine Illustration für einen Vanity-Fair-Artikel über Prince zu erstellen. Als der Artikel erschien, wurde bei der Warhol-Illustration auch Goldsmith als Urheberin des Ausgangsfotos genannt.

2017 klagte die Fotografin, die für einzigartige Porträts berühmter Musiker bekannt ist, nachdem sie von der Andy Warhol Foundation for the Visual Arts wegen geschäftsschädigendem Verhaltens verklagt wurde. Sie argumentierte, dass ihr mit einer 2016 erfolgten Veröffentlichung der Warhol'schen Prince-Porträts durch die Warhol Foundation die Möglichkeit genommen worden sei, … 

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