Henning Evers

Freier Online-Journalist, Hamburg

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Super-Blutmond: Tipps und Infos zum Naturspektakel

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Der Mond übte schon immer eine magische Anziehungskraft auf den Menschen aus. Ein ganz besonderes Mond-Phänomen steht am 21. Januar 2019 wieder an. Denn in den frühen Morgenstunden leuchtet der Erdtrabant während einer totalen Mondfinsternis riesig und „blutig" rot am Himmel. Für Naturfotografen ist der sogenannte Super-Blutmond 2019 ein absolutes Highlight. 

Super-Blutmond strahlt über ganz Deutschland

Ein Blutmond entsteht, wenn sich die Erde genau zwischen Sonne und Mond schiebt. Der Mond verschwindet dadurch vollständig im Kernschatten der Erde und erscheint am Nordwest-Horizont rötlich. Dieses Phänomen tritt ein, weil die Erdatmosphäre die Spektralfarben des Sonnenlichts streut, und zur totalen Mondfinsternis nur das langwellige rote Licht in den Kernschatten der Erde fällt. Aus diesem Grund nehmen wir den Mond rötlich wahr. Neben der blutroten Farbe erscheint der Mond am 21. Januar auch noch viel größer am Himmel als gewöhnlich. Das liegt daran, dass der Mond zu diesem Zeitpunkt auf seiner elliptischen Umlaufbahn der Erde ganz nah kommt. Daher spricht man auch vom Super-Blutmond.


Wann genau steht der Super-Blutmond am Himmel?

Wer das Naturspektakel live erleben und fotografieren will, muss sich den Wecker stellen und früh aufstehen. Los geht es mit der Verdunkelung des Mondes in den frühen Morgenstunden gegen 04:34 Uhr. Die absolute Mondfinsternis tritt dann gegen 05:41 Uhr ein. Der Höhepunkt findet gegen 06:12 Uhr statt, dann verdeckt der Erdschatten den Mond komplett und der Vollmond erstrahlt riesig und rot-leuchtend am Himmel. Da die Sonne erst zwischen 08:00 und 08:40 Uhr aufgeht, ist die totale Mondfinsternis in ganz Deutschland in voller Länge zu sehen. Mit einer Gesamtlänge von 62 Minuten dauert die Mondfinsternis etwas kürzer als die letzte im Juli 2018. Hier strahlte der Blutmond ganze 103 Minuten lang - der nächste Super-Blutmond ist erst wieder im Jahr 2037 zu sehen.

Beginn der partiellen Mondfinsternis: 04:34 Uhr Beginn der totalen Mondfinsternis: 05:41 Uhr Höhepunkt der Mondfinsternis: 06:12 Uhr Ende der totalen Mondfinsternis: 06:43 Uhr Ende der partiellen Mondfinsternis: 07:51 Uhr

Die totale Mondfinsternis im Überblick

Damit Sie das Himmelsspektakel am 21. Januar 2019 nicht verpassen, hat COMPUTER BILD für Sie den gesamten Ablauf der totalen Mondfinsternis noch mal zeitlich genau aufgelistet.


Super-Blutmond: Tipps für Fotografen

Am Besten fotografieren Sie den Super-Blutmond am 21. Januar 2019, wenn Sie sich mit ihrer Kamera in nordwestliche Richtung positionieren. Zudem sollte der Blick unverstellt sein, da der Mond schon früh morgens recht tief über dem Horizont steht. Ob Sie den Super-Blutmond bei klarem Wetter erleben werden, können die Wetterexperten bis dato noch nicht sicher vorhersagen. Nur eines steht schon jetzt fest: der Morgen des 21. Januars wird winterlich kalt. Sollten Sie sich im Freien aufhalten, ziehen Sie sich warm an und nehmen ein warmes Getränk mit.


Absolute Dunkelheit für kontrastreiche Fotos

Entscheidender Faktor für ein richtig gutes Mondfoto, ist der starke Kontrast zwischen Mond und Nachthimmel. Ihn gibt es nur an Orten mit wenig Umgebungslicht. Daher eignet sich das Hausdach in einer Großstadt weniger gut, als eine freie, erhöhte Fläche außerhalb von Städten. Lichtverschmutzungskarten im Internet geben Ihnen einen Überblick, an welchen Orten sich der Super-Blutmond am besten fotografieren lässt.


Mit wenig Equipment zum Super-Foto

Gute Fotos vom Super-Blutmond zu machen, ist gar nicht so einfach. Entweder, ist der Mond nur als kleiner Fleck am Himmel zu sehen oder er ist unscharf und strukturlos. Aber: Für detailreiche Aufnahmen benötigen Sie kein Profi-Fotoequipment. Mit einer Einsteiger-DSLR gelingen schon sehr gute Bilder. Der Grund: Der Crop-Faktor bei Halbformatkameras - aufgrund des kleineren Bildausschnitts nimmt der Super-Blutmond mehr Bildfläche ein und erscheint dadurch viel prägnanter, als bei einer Vollformatkamera. Selbst mit kleinen Digicams und Systemkameras sind gute Aufnahmen möglich, wenn Sie ein leistungsstarkes Zoom verwenden.


Fotostativ Teleobjektiv, Nachtlichtfilter

Der Super-Blutmond kommt der Erde am 21. Januar zwar sehr nah, dennoch beträgt die Entfernung noch weit über 300.000 Kilometer. Daher benötigen Sie für präzise Fotoaufnahmen neben einer Kamera zusätzliches Equipment. Höhere Standfestigkeit erhalten Sie, wenn die Kamera auf einem soliden Stativ montiert ist. Zudem empfiehlt sich die Verwendung eines Fernauslösers oder Sie stellen den Selbstauslöser mit 2 Sekunden Verzögerung ein. Damit Sie den Super-Blutmond in seiner vollen Pracht ablichten können, müssen Sie den Erdtrabanten mit einem Teleobjektiv so weit wie möglich heranzoomen. Die Brennweite sollte mindestens 200 Millimeter betragen! Störendes Umgebungslicht minimieren Sie effektiv mit einen Nachtlichtfilter. Der Fotozubehör-Spezialist Rollei bietet beispielsweise Modelle für verschiedene Objektive an. Die wertigen Astroklar-Nachtlicht-Filter reduzieren den ungewünschten Effekt der Lichtverschmutzung und verleihen ihren Aufnahmen mehr Kontrast und Klarheit.


Mondfotografie: Die besten Kameraeinstellungen

Für das perfekte Mondfoto deaktivieren Sie alle Auto-Funktionen an ihrer Kamera, auch den Autofokus. Nachdem Sie ihre Kamera möglichst bodennah auf ein standfestes Stativ gesetzt haben, kontrollieren Sie, ob der Bildstabilisator und der Blitz ausgeschaltet sind. Arbeiten Sie mit einer DSLR, müssen Sie noch die Spiegelvorauslösung einschalten - durch die Vorauslösung verhindern Sie zusätzlich Wackler beim Auslösen.


Manuelle Belichtungsmessung: Haben Sie den Mond mit dem Sucher im Fokus, nehmen Sie die Belichtungsmessung manuell vor oder - wenn möglich - verwenden Sie die Spot-Messung ihrer Kamera. Die Werte können Sie anschließend in den manuellen Modus übertragen. Beachte: Bei Brennweiten grösser als 200 Millimeter müssen Sie die Verschlusszeiten sehr klein halten, weil schon die geringsten Erschütterungen zu Unschärfen führen.

Kurze Belichtungszeit:Für gestochen scharfe Fotos vom Blutmond sind lange Belichtungs- und Verschlusszeiten ungeeignet. Der Trabant bewegt sich relativ schnell - um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, müssen Sie alle Einstellungen richtig anpassen. Daher sollte die Belichtungszeit im Bereich von 1/20 bis 1/60 bleiben.

Kleinere Blendenzahl; Falls möglich, blenden Sie zwei Stufen ab. Weist Ihr Objektiv die Offenblende f/2.8 auf, schließen Sie die Blende auf f/4 oder f/5.6. Bei diesen Einstellungen erreichen die Objektive ihre besten Abbildungsqualitäten und die blutrote Mondoberfläche erscheint detailreicher.

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