Hanns-J. Neubert

Wissenschafts- & Technikjournalist, Autor, Berater für Kommunikationsprojekte, Hamburg

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Fünf Ansätze, Plastikmüll aus den Ozeanen zu fischen

Die Warnungen der Meeresforscher blieben 40 Jahre lang ungehört - bis 2009 der Film "Plastic Planet" in die Kinos kam. Das von dem Österreicher Werner Boote eindrucksvoll dokumentierte Ausmaß der Plastikvermüllung insbesondere der Meere - 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen jährlich - ließ kaum einen Zuschauer kalt.


In der Folge brach ein wahrer Boom kreativer Ideen aus, alle mit dem hehren Ziel, die Ozeane vor der Plastikflut zu retten.


Für viel Aufmerksamkeit sorgte das Ocean-Cleanup-Projekt des Niederländers Boyan Slat. Sein Plan: Mit 60 passiv im Meer treibenden Müllfängern dem nordpazifischen Müllkreisel zuleibe rücken. Doch die 600 Meter langen Kunststoffrohre in U-Form fielen beim ersten Test Ende 2018 durch: Die Wellen spülten den Müll wieder heraus. Auch verbesserte Versionen des Mammutprojekts werden dem Problem nicht auf den Grund gehen können. Denn mindestens die Hälfte allen Plastiks im Meer sinkt zu Boden, bis hinab in die Tiefseegräben.

Andere Initiativen versuchen daher, den Müll gleich dort abzufangen, wo er ins Meer gelangt: an den Mündungen der großen Flüsse. Melanie Bergmann, Tiefseeökologin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, weist zu Recht darauf hin, dass jeder, der Plastik aus dem Wasser fischt, immer auch Tiere und Pflanzen mit aufsammelt. Wirksame Lösungen gegen die Plastikflut müssten daher an den Quellen ansetzen: bei Plastikproduktion und -entsorgung. Doch die Erfahrung zeigt, dass diese Ideallösung lange braucht. Daher haben die Müllfischer zumindest als Übergangslösung ihre Berechtigung. Damit ließe sich wenigstens verhindern, dass die Müllberge stetig weiterwachsen.


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8.8.2019


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