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Spurensicherung - Catcalls of Augsburg

Text: Hannah Jäger - Fotos: Johanna Lohr
Jana und die Initiative Catcalls of Augsburg markieren mit Kreide, wo überall die Straße zum Schauplatz sexueller Belästigung geworden ist. Denn rechtlich verfolgt und geahndet werden diese verbale Entgleisungen weiterhin nicht.

Auf Janas Handy ploppt eine Nachricht auf. Sie liest - und schluckt erstmal. Ihr Display zeigt einen sogenannten Catcall, den eine betroffene Person an sie weitergeleitet hat: „Er starrte mich in der Tram an und holte sich einen runter. Ich war dreizehn." Jana gehört zur Initiative Catcalls of Augsburg, die Erfahrungsberichte sexueller Belästigung öffentlich markiert, genau an der Stelle, an der sie passiert sind. Sie werden fotografiert und im Internet gepostet. „Wir können selbst keine professionelle Unterstützung bieten, aber auf Hilfestellen hinweisen und zeigen: Du bist nicht allein", sagt Jana, die ihren Nachnamen zum eigenen Schutz lieber nicht preisgeben möchte. Sie macht sich auf den Weg - im Gepäck einen Eimer voll Straßenkreide.

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