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Suizid in Tunesien

Suizid in Tunesien

Der junge Mann in dem YouTube-Video hält eine Plastikflasche hoch, die mit Benzin gefüllt ist. »In zwanzig Minuten werde ich mich anzünden«, verkündet der Tunesier Abderrazak Zorgui kurz vor seinem Selbstmord im Dezember 2018. Er protestiere damit gegen Arbeitslosigkeit und Armut in seiner Heimatstadt Kasserine im Zentrum des Landes. »Wenn nur einer dadurch eine Arbeit findet, dann war mein Tod nicht umsonst«, sagt der Journalist in seiner letzten Nachricht. Wenige Stunden später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen, und auf den Straßen Kasserines brachen wieder Proteste aus.

Fast genau acht Jahre vor Zorgui hatte sich der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi das Leben genommen und durch seine Selbstverbrennung die tunesische Revolution ausgelöst – den Zündfunken für eine Protestwelle, die von Ägypten bis in den Jemen reichte. Seitdem schnellen jedes Jahr im Dezember die Selbstmordzahlen in Tunesien nach oben. Manche Fälle schaffen es wie Zorgui in die internationalen Medien, die meisten aber bleiben unbekannt.
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