Gerd Blank

Journalist, Redakteur, Autor, Campingpapst, Hamburg

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Daunenschlafsäcke im Test: Weich, warm, wohlig

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Beim Camping, auf einer Hüttentour oder einer langen Fährüberfahrt, kann man den Wert eines guten Schlafsacks gar nicht überschätzen. Für mich ist es wichtig, dass er leicht ist und sich klein zusammenpacken lässt. Trotzdem soll er gut wärmen, mich aber nicht ins Schwitzen bringen.

Doch: Was zu kalt oder zu warm ist, empfindet jede und jeder anders. Da hilft es, dass Schlafsäcke in der Regel mit Temperaturwerten, für die sie sich eignen, gekennzeichnet sind. Außerdem geben die Hersteller meist an, für welche Jahreszeiten die Säcke taugen. Ich bevorzuge Modelle, die ich von Frühjahr bis Herbst nutzen kann. Sollte ich doch irgendwann im Winter im Schnee übernachten wollen, würde ich mir dafür lieber ein speziell für solche extremen Verhältnisse entwickeltes Modell besorgen.

Egal zu welcher Jahreszeit: Eine Daunenfüllung sorgt für wohlige Wärme, bleibt zugleich luftig. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Bauschkraft der Daunen, die mit dem "Cuin"-Wert ausgewiesen wird. Kurz gesagt: Je höher diese Kennzahl, desto besser ist die Wärmedämmung im Verhältnis zu Volumen und Gewicht. Alternativ werden Begriffe wie "Füllkraft" und "Loft" benutzt.

Die Pros und Contras von Daunen

Kein künstliches Material kann mit den guten Eigenschaften von Daunen mithalten. Aber es gibt auch Nachteile. Vor allem: Die weichen Federn stammen von Enten oder Gänsen. Das lässt sich nicht schönreden, aber man kann das Tierleid zumindest durch zertifizierte Produktionsbedingungen reduzieren. Bei entsprechenden Schlafsäcken erkennt man das zum Beispiel am Label RDS, was für Responsible Down Standard steht. Das hat allerdings Auswirkungen auf den Preis: Schlafsäcke mit einer zertifizierten Daunenfüllung sind relativ teuer.

Eine günstigere Alternative sind Schlafsäcke, deren Füllung aus einem Gemisch von Daunen mit einem synthetischen Material besteht. Die sind dann allerdings häufig schwerer, größer oder nicht ganz so wärmend.

Daunen sollten allerdings nicht nass werden, sonst können sie verklumpen, wärmen dann nicht mehr gut. Außerdem dauert die Trocknung länger, als bei Schlafsäcken mit synthetischer Füllung.

Ein Tipp: Der kleine Kompressionssack, der mitgeliefert wird, ist nur für den Transport bestimmt, nicht für die Lagerung des Schlafsacks, da die Daunen darin sehr gequetscht werden. In der Regel liegt für die Aufbewahrung eine größere und luftdurchlässige Tasche bei, in der sich die Federn entfalten und durchlüften können.

Für diesen Test habe ich Schlafsäcke ausgewählt, die für Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts geeignet sind. In und mit diesen Modellen habe ich jeweils mehrere Nächte verbracht:

So haben wir getestet

Material und Design: Wie gut ist die Verarbeitung und welche Extras gibt es? Funktion und Komfort: Hält der Schlafsack warm und ist bequem? Füllung und Produktion: Wie nachhaltig ist die Herstellung? Preis-Leistung: Lohnt sich die Anschaffung?

Nordisk V.I.B 250

Outwell Oak Lux

Forclaz Trek900

Mammut Relax

Der Name Relax trifft es: In diesem Test war kein Schlafsack bequemer, in keinem habe ich lieber eine Nacht verbracht. Hätte der Relax Ärmel, ich hätte ihn auch als Hausanzug getragen, um darin einen verregneten Sonntag zu verbringen.

Das Polyester fürs Außenmaterial wurde so gut verarbeitet, dass es sehr angenehm auf der Haut liegt. Für die Füllung wurden mindestens 90 Prozent RDS-Gänsedaunen verwendet und um Gänsefedern ergänzt. Der Hersteller gibt eine Bauschkraft von 700 Cuin an, was nicht übertrieben wirkt. Allerdings sind die Daunen innerhalb der Luftkammern nicht gleichmäßig verteilt. Immer wieder sieht man Lücken, besonders wenn man den Schlafsack gegen das Licht hält. Bei niedrigen Temperaturen könnte das zu kalten Zonen führen.

Sehr praktisch finde ich, dass sich der Reißverschluss nicht an der Seite befindet, sondern mittig angebracht wurde und bis zu den Füßen reicht. Die große Kapuze lässt sich durch Zugbänder fast komplett um den Kopf schließen, nur eine kleine Öffnung für Mund und Nase bleibt frei. Und damit man die Außenwelt möglichst komplett ausblenden kann, finden sich in der Seitentasche der Kompressionshülle noch eine Schlafmaske und Ohrenstöpsel.

Für den Test habe ich bei einer Außentemperatur von etwa sieben Grad im Zelt übernachtet und nicht gefroren. Das Packmaß ist klein, das Gewicht ist gering. Mir gefällt, dass selbst das Design der Kompressions- und Aufbewahrungstaschen gelungen ist.

Mountain Equipment Helium GT 400

Robens Gully 300

Rumpl Woven Daydream

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