Gerd Blank

Journalist, Redakteur, Autor, Campingpapst, Hamburg

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Planungs-Expertise mit KI-Anbindung

Jeder einzelne Punkt wird separat von der KI bearbeitet und mit Antwortvorschlägen versehen, sofern es bereits konkrete Antworten auf die Fragestellungen gibt. Dadurch können sich die Experten und Gutachter auf ihre fachliche Arbeit konzentrieren. „Am Anfang ist die Erkennungsrate noch gering, aber mit der Zeit wird die Software immer besser", sagt Andreas Brückner. Zu Beginn stehen dem System noch wenige standardisierte Textbausteine zur Verfügung. „Die KI muss erst lernen, was die einzelnen Passagen der Schreiben zu bedeuten haben." Was für Fachleute auf den ersten Blick klar ist, muss einer Maschine erst beigebracht werden, zum Beispiel der Unterschied zwischen Begrüßungsformeln und konkreten Einwendungen. Damit die Maschine das lernen kann, werden die Fachexperten bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung hinzugezogen.

Die künstliche Intelligenz bleibt auch künftig ein stiller Helfer, der lediglich die mühsamen Arbeiten übernimmt, aber weder Entscheidungen trifft, noch mit den Bürgern kommuniziert. „Es geht nicht darum, dass wir Mitarbeiter ersetzen wollen", sagt Annette Mettendorf. „Im Gegenteil: Wir wollen unsere Fachleute in ihrem Job entlasten."

Offen für Partner

In einem Planfeststellungsverfahren sind auch viele Anbieter und Software-Dienstleister involviert. Das System wird daher über eine API angesprochen, wodurch sowohl die Geschäftsfelder des Konzerns als auch andere mit dem Service kommunizieren können - mit den gleichen Sicherheitsmerkmalen: Die Sicherheit der Persönlichkeitsrechte und der entsprechenden Daten bleibt bei der Software-Lösung gewahrt. „Wir haben eine Architektur geschaffen, die den Schutz persönlicher Daten entsprechend gängiger Regularien sicherstellt", sagt Annette Mettendorf. „Zu jedem Projekt gibt es einen Workspace, der vor einem Zugriff von außen geschützt ist und auf den nur ein definierter Mitarbeiterkreis zugreifen kann. Wie bisher auch."

Bereits in der aktuellen Testphase erkennt die Software-Lösung zuverlässig Texte und Duplikate. Ende Juni 2020 wird die Lösung dann in Zusammenarbeit mit einem Pilotkunden in einem ersten Bauvorhaben eingesetzt. Bis dahin steht nicht nur die Technik, sondern es wird auch eine komplett neue Benutzeroberfläche entwickelt, die der Pilotkunde dann nutzen kann. Schon jetzt stehen weitere Ausbaustufen auf der Roadmap. „Wir werden das Produkt Einwendungsmanagement über das API-Management, aber auch über das Digitalportal für die verschiedenen Geschäftsfelder zur Verfügung stellen", sagt Andreas Brückner. Darüber hinaus werden Ende des Jahres auch einzelne Bestandteile des Services angeboten, zum Beispiel die Duplikatserkennung. Eines ist klar: Gegen diesen Plan wird es sicher keine Einwände geben.

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