Gerd Blank

Journalist, Autor, Redakteur, Hamburg

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Eine Anwendung für alle Fälle

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Die Digitalisierung innerhalb des Bahn-Konzerns nimmt immer weiter zu. Besonders Prozesse, die traditionell viel mit Papier realisiert werden, können inzwischen vielerorts durch Apps abgebildet werden. Bisher wurde jeder Anwendungsfall und Geschäftsvorfall einzeln betrachtet - und eine entsprechende Anwendung entwickelt. Jede für sich funktioniert gut und deckt den jeweiligen Geschäftsbedarf hervorragend ab. Aber Nutzer, die nicht nur mit diesem einen Geschäftsvorgang betraut sind, überfordert die Vielzahl der unterschiedlichen Anwendungen. Noch gravierender ist allerdings, dass die bisherigen Anwendungen nicht untereinander kommunizieren und Daten austauschen können, da sie in heterogenen Architekturen entwickelt wurden. Ein Nutzer muss also wissen, wann er welche Anwendung aufruft - und was er damit machen kann. Und für den bahninternen Auftraggeber führt das zu hohen Komplexitäten und Kosten bei Entwicklung, Test und Betrieb der mobilen Anwendungen.

Mit der neuen App-Plattform MOVE, die im Juli 2017 mit einem Pilotprojekt gestartet ist, gehört dieses Verfahren bald der Vergangenheit an. MOVE stellt mobile Lösungen endgeräte- und plattformunabhängig mit einer einheitlichen, UX-optimierten Benutzeroberfläche zur Verfügung. MOVE bietet verschiedene Funktionalitäten, zum Beispiel das Dokumentenmodul, mit dem Dokumente zielgerecht an verschiedene Nutzer verteilt werden. Weitere optionale Module für Nutzerverwaltung sowie künftig für Reporting und Kommunikation können darüber hinaus komplette anwendungsspezifische Workflows abbilden. Diese unterschiedlichen Anwendungen kommunizieren auch miteinander und können so zum Beispiel untereinander Daten austauschen. Mehr noch: Es wurde auch optisch ein Standard geschaffen, der ein einheitliches Look-and-Feel für den Nutzer bietet. Dank MOVE lassen sich einzelne Module für den jeweiligen Nutzen zusammenschalten.

Neue Funktionen, neue Wege

Bei der App-Plattform mit einzelnen Modulen geht DB Systel schon von Anfang an neue Wege. „Wir sind mit einer Nutzerbefragung gestartet, da wir wissen wollten, was den Anwendern an einer mobilen Anwendung wichtig ist", sagt Guido Kissner von DB Systel. Die jeweiligen Funktionen werden in agiler Vorgehensweise entwickelt, die regelmäßigen Ergebnisse werden stetig von den Pilotkunden erprobt. Und schon bevor eine Zeile Code programmiert wird, werden neue Funktionen erst einmal mit einem Prototypen vorgestellt. So werden Auftraggeber bei der Entwicklung für MOVE von Anfang sehr eng eingebunden.

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