Gerd Blank

Autor, Podcaster, Moderator, Campingpapst, Hamburg

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Quer durch Europa mit einer Buchung

Bisher erfolgte der Verkauf von Tickets für das europäische Ausland nur für ausgewählte Verbindungen, die jeweils händisch gepflegt wurden. Doch dank des Projekts „Preisbildung und internationale Angebotserstellung (PIA)" ist es jetzt möglich, Tickets für viele Strecken in Europa ohne großen Aufwand zu buchen. Im Prinzip ist es so, als würde man eine Fahrt innerhalb Deutschlands buchen: Reisende geben den Start- und den Zielbahnhof ein - und die bestmögliche Verbindung wird angezeigt und kann gebucht werden. Es ist dabei ganz egal, ob diese Gesamtstrecke vollständig außerhalb Deutschlands liegt, ob man von Deutschland ins Ausland will, beispielsweise von München nach Zürich, oder ob Deutschland durchquert wird, wie auf der Strecke von Brüssel nach Wien. PIA berechnet die Verbindung automatisch und zeigt alle verfügbaren Wege in Europa an.

Seit Jahren gibt es einen internationalen Datenaustausch, der jeweils im September für den darauf folgenden Fahrplanwechsel im Dezember stattfindet. Dafür bereiten alle Bahnen ihre Grundtarifdaten wie Entfernungen, Abfahrt- und Zielbahnhöfe sowie die Preise auf. Diese Grunddaten werden heruntergeladen und in das jeweilige Vertriebssystem eingespielt. Mitarbeiter von DB Fernverkehr kombinieren aus diesen Daten Strecken- und Preisdaten der Länder sinnvoll miteinander. Doch insgesamt gibt es in ganz Europa etwa 100.000 Kombinationsmöglichkeiten der nationalen Strecken. Daraus entstanden vor Einführung der neuen Preisberechnung wiederum 8.000 internationale Relationen, die Reiseberater vor Ort am Schalter manuell für die passende Verbindung zuordnen mussten. Im selbstbedienten Verkauf, zum Beispiel auf bahn.de, konnten wiederum bisher nur noch 3.000 vordefinierte internationale Relationen angeboten werden. Dies änderte sich nun mit Einführung des Projekts.

Komplexität in allen Details

Doch das Thema ist nicht nur fachlich, sondern auch technisch sehr komplex, da die einzelnen Systeme des Vertriebs-Backend-Systems über die Jahre immer wieder erweitert und umgebaut wurden. Die Komplexität des PIA-Projekts wurde weiter erhöht, weil auch die Vertriebskanäle und die vor- und nachgelagerten Verfahren ebenfalls betroffen waren. Die DB Systel unterstützt dabei auf ganzer Breite: von der Projektführung über die Erstellung des fachlichen und technischen Konzepts, der Umsetzung, dem Systemtest bis zur Produktivsetzung. Auch im Betrieb, denn das Vertriebs-Backend wird bei DB Systel betriebsgeführt. Viele Berater und Entwickler beschäftigen sind schon seit Jahren mit Tarif-Themen.

Das Buchungssystem ist historisch gewachsen. Für Marko Kelsch von DB Fernverkehr ist daher auch der entscheidende Grund für die erfolgreiche Zusammenarbeit an diesem Projekt klar:

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