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Nachhaltige Weihnachten: Feiern mit gutem Gewissen | MDR.DE

Der Trend geht zum nachhaltigen Weihnachtsbaum


Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft. Fast 90 Prozent davon stammen laut BUND von Plantagen, die gedüngt und mit Pestiziden besprüht werden. Die belasten nicht nur die Natur, sondern dünsten im beheizten Wohnzimmer aus und landen meist nach wenigen Wochen auf dem Müll. Plastikbäume kommen meist aus Asien und gleichen die Umweltbelastung von Versand und Produktion erst nach etwa 20 Jahren aus. Doch es gibt Alternativen.


Der Öko-Baum mit Siegel: Als ökologisch gelten FSC-zertifizierte Forstbetriebe und Baumschulen, Gärtnereien und Biohöfe, die nach Richtlinien des Naturland-, Bioland- oder des BIO-Siegels produzieren. Eine aktuelle Liste hat die Umweltorganisation Robin Wood veröffentlicht. 


Die Miet-Tanne: Die Bäume werden im Topf gezogen und nach Weihnachten ausgepflanzt. Es lohnt sich bei lokalen Baumschulen und regionalen Förstereien nachzufragen. Ansonsten gibt es auch Online-Händler, die den Baum anliefern und nach dem Fest wieder abholen.


Wichtig! Nicht jede Tanne im Topf kann wieder eingepflanzt werden. Häufig werden bei günstigen Bäumen einfach die Wurzeln abgeschnitten und für das Weihnachtsgeschäft in einen Topf gepflanzt. Die Bäume sind meist im Januar tot.


Das Kunstwerk als Mehrweg-Baum: Stilisierte Weihnachtsbäume aus Holz gibt es mittlerweile in großer Auswahl. Viel lässt sich aber auch selber basteln: Zum Beispiel mit Deko-Kugeln. Diese einfach in Tannenform auf einer großen Leinwand befestigen und als Schmuckstück ins Wohnzimmer hängen. Eine andere Variante: Beim nächsten Spaziergang Äste in verschiedener Länge sammeln und die dann als Weihnachtsbaum an die Wand bringen. Oder wie Bastelexpertin Judith Heinze, einfach mal eine Holzleiter statt einen Baum schmücken.


Umweltfreundliche Bio-Kerzen

Das besinnliche Licht von Kerzen gehört natürlich zur Weihnachtszeit dazu. Nur sind leider viele Kerzen aus Erdöl (Paraffin). Kerzen aus Palmöl (Stearin) sind meist auch keine Alternative. Zwar wird das Öl aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, doch werden für die Plantagen riesige Flächen tropischen Regenwalds vernichtet. Aber Kerzen gibt's auch in Bio.


Kerzen aus Biomasse: Sie werden aus Fetten und Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, die als Reste in der Nahrungsmittelindustrie anfallen.


Kerzen aus Bienenwachs: Stammt das Wachs aus einer Bio-Imkerei, sind die Kerzen besonders umweltfreundlich. Allerdings kosten sie auch mehr.


Kerzen aus Raps und Soja: Sojawachs wird aus dem Öl der Sojabohnen gewonnen. Ein nachwachsender Rohstoff - also nachhaltig. Allerdings kommt das Wachs meist aus den USA. Das ist dann schlecht für die Klimabilanz. Kerzen aus Raps haben den Vorteil, dass die Pflanzen meist in Europa angebaut werden. Wichtig in beiden Fällen ist natürlich der nachhaltige Anbau.


Tipp: Auf Teelichter besser verzichten. Die meisten Teelichter werden immer noch in Aluminiumhüllen verkauft. Das ist nicht nur ein Müllproblem, sondern auch Ressourcenverschwendung.


Lieber auf sparsame Lichterketten setzen

Nicht nur Kerzen erhellen uns die dunkle Jahreszeit, auch Lichterketten haben zu Weihnachten Saison. Wie bei jedem strombetriebenen Gerät gilt: Weniger ist mehr. Komplett verzichten muss man aber nicht.


Zeitschaltuhren nutzen: Dauerbetrieb ist oft unnötig. Zeitschaltuhren können helfen, immer genau dann die Lampen zum Leuchten zu bringen, wenn sie gebraucht werden und eben auch wieder auszuschalten, sobald alle schlafen oder es bereits wieder hell wird.

Auf LEDs umrüsten: Ältere Modelle fressen oft viel Strom. Moderne LED-Lichterketten minimieren den Energieverbrauch, senken das Brandrisiko und haben eine höhere Lebensdauer. Das schont die Umwelt und spart Geld.


Deko ohne Reue

Nachhaltige Weihnachtsdeko ist gar nicht so schwer zu finden. Wichtig ist vor allem, Plastik und Metallteile zu vermeiden. Denn die verbrauchen viel Energie bei der Produktion und sind schwer zu recyceln.


Umweltfreundlicher Schmuck: Auch ohne Plastik wird es schön weihnachtlich, zum Beispiel mit Strohsternen, Holzanhängern und Schleifen aus Leinen oder Baumwolle. Weihnachtsbaumkugeln aus Glas sind deutlich nachhaltiger als die Alternative aus Kunststoff.


Selbermachen: Noch besser ist es natürlich, die Deko gleich selbst zu basteln. Naturmaterialien finden sich im nahegelegenen Park oder dem heimischen Garten.


Weihnachtsschmuck selbst gestalten

Floristmeisterin Antje May zeigt uns, wie Weihnachtsschmuck und Kränze ganz einfach selber herstellen werden und was dafür benötigt wird. Diesmal hat sie mit Tanne und Kräutern gearbeitet.


Warum Weihnachtsgeschenke die größte Umweltsünde sind

Am meisten schaden die Weihnachtsgeschenke der Umwelt. Zum einen macht's die schiere Masse. Zum anderen der Fakt, dass immer mehr online bestellt wird, dafür in Plastik und Karton verpackt und zumindest in einem Auto hin- und hergefahren. Auch Pakete, die bereits die halbe Welt umflogen haben, sind keine Seltenheit und nicht gerade umweltfreundlich. Gar nicht schenken muss deshalb aber nun auch nicht sein.


Nützliches statt Nippes: Viele Geschenke landen recht schnell in der Schublade oder im Keller und werden dann nicht mehr genutzt. Sinnvoller sind da Präsente, die entweder aufgebracht werden - wie der Wein aus der Region. Oder Geschenke, die wirklich regelmäßig genutzt werden wie Kork-Portemonnaies oder Mehrwegtrinkflaschen. Aber auch Technik-Geschenke gibt es mittlerweile aus umweltfreundlicheren Materialien - kabellose Kopfhörer zum Beispiel. 


 Zeit statt Zeug: Konzertkarten, ein Fotoshooting, ein gemeinsamer Zoobesuch oder eine Skitour - die Auswahl an Veranstaltungen und Erlebnisgutscheinen ist groß. Und die Beschenkten haben auch danach noch lange schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Do it yourself: Geschenke kann man auch selbst basteln. Dann natürlich möglichst nicht mit Plastik. Holz, Stroh oder Salzteig bieten sich an. Auch mit Ton lässt sich viel basteln - eine Anleitung für Lichtkegel aus Ton hat Bastel-Expertin Judith Heinze.

Öko-Geschenkpapier: Mit dem Siegel "Der blaue Engel" gekennzeichnetes Recycling-Geschenkpapier besteht zu 100 Prozent aus Altpapier - es müssen also keine Bäume dafür gefällt werden.


Selbermachen: Zum Geschenke Verpacken können Sie Collagen aus alten Zeitschriften oder Werbebeilagen basteln oder alte Zeitungen umfunktionieren. Braunes Naturpackpapier eignet sich auch gut, um es anschließend zu verzieren.


Klimafaires Weihnachtsessen

Festtagsbraten, Knödel und Plätzchen: An Weihnachten kommt in den meisten Familien etwas Besonderes auf den Tisch und davon viel. Doch das geht auch umweltbewusst.

Weihnachtsgans - auf die Haltung kommt es an: Wer Bio-Gänse oder Fleisch mit der Bezeichnung "Freilandhaltung", "bäuerliche Freilandhaltung" kauft, ist auf der sicheren Seite, dass sein Tier aus artgerechter Haltung stammt.


Wild aus der Region: Heimisches Wildfleisch kann man in der Weihnachtszeit in speziellen Fleischerfachgeschäften kaufen. Allerdings sollte man immer nach der Herkunft fragen, da etwa 40 Prozent des hierzulande verzehrten Wildfleisches aus anderen Ländern importiert wird. Oder Sie wenden sich direkt an die heimischen Jäger oder Forstämter.


Weihnachten Fleischlos: Ob Kürbis, Schwarzwurzeln, Feldsalat, Äpfel oder Birnen - eine reichhaltige Palette an heimischem Wintergemüse sorgt für Abwechslung auf dem Speiseplan. Kaufen Sie bei regionalen Anbietern.


Faire Leckereien: Achten sie bei Kaffee, Tee oder Schokolade darauf, dass die Produkte fair gehandelt sind. Die wichtigsten Siegel sind "Fairtrade", "GEPA" und "UTZ". In vielen Discountern gibt es mittlerweile auf fairer Schokolade die Kennzeichnung "Rainforest Alliance" und "Fairtrade Cocoa Program".

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