Florian Eckl

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"Fränkischer Spargel": Mehr Kontrollen, Saison beginnt früher - Region - nordbayern.de

Bald schon sprießt der Spragel im Frankenland: Dank des milden Winters beginnt die Saison früher. © dpa

NÜRNBERG - Er soll feine Fasern haben, einen "mild-aromatischen" Geschmack und nicht bitter sein: Seit einem Jahr schützt ein EU-Gütesiegel den echten "Fränkischen Spargel". Von diesem Jahr an soll stärker kontrolliert werden, ob das Gemüse auch wirklich aus Franken kommt.

Acht Jahre lang haben die fränkischen Spargelbauern dafür gekämpft, dass ihr regionales Edelgemüse EU-weit geschützt wird. Seit einem Jahr trägt der "Fränkische Spargel" nun das Gütesiegel "geschützte geografische Angabe". Damit dürfen nur Sprossen, die in Ober-, Mittel- oder Unterfranken angebaut und geerntet wurden, diesen Namen führen. "Wo fränkischer Spargel draufsteht, muss auch fränkischer Spargel drin sein", betont der Vorsitzende des Spargel-Erzeugerverbands Franken, Hans Höfler. "Wenn ein Betrieb mitmachen will, muss er sich strengen Kontrollen unterziehen."


Ein neutrales Institut soll Stichproben bei den Betrieben machen und prüfen, ob die Spargelbauer sich an die geeignete Düngung, zugelassene Spritzmittel und eine saubere Waschanlage halten. Größere Betriebe würden häufiger kontrolliert als unauffällige kleine. Mindestens alle vier Jahre sollen hier die Qualitätsstandards überprüft werden. In diesen Tagen läuft die Spargelernte an und die Erzeuger können sich beim Verband für das Siegel registrieren lassen.

Das Stangengemüse aus Franken ist nicht das einzige mit EU-Schutz in Deutschland. Bornheimer Spargel aus dem Rheinland trägt das Siegel genauso wie Spargel aus Walbeck nahe Duisburg an der niederländischen Grenze und in Bayern Abensberger und Schrobenhausener Spargel.

Laut EU-Verordnung ist "Fränkischer Spargel" feinfaserig und mild im Geschmack - und wenig bitter. Das liege aber weniger an der Sorte als am geeigneten Standort, sagt Höfler. Spargel wird in Franken in den typischen Ton-Keupergebieten angebaut sowie auf den sandigen Böden des Jura, des nordbayerischen Hügellands, der fränkischen Platten sowie des Spessarts und der Rhön. An diesem Boden könne man letztlich auch beweisen, woher der Spargel kommt, sagt Werner Wolf vom Amt für Landwirtschaft in Roth.

Ernte heuer zehn Tage früher als normal

Nachweise für den traditionellen Anbau in Franken gibt es bereits aus den Jahren 1702 bis 1722. Weitere historische Quellen belegen den Spargelanbau um 1860 im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

In Franken wird auf einer Fläche von etwa 670 Hektar Spargel angebaut, das entspricht etwa 31 Prozent der gesamten bayerischen Spargelanbaufläche. Den meisten Spargel gibt es in Oberbayern und Schwaben mit zusammen etwa 45 Prozent Anbaufläche. In Niederbayern liegen etwa 23 Prozent der Fläche.

Vor allem in Oberbayern wird bereits seit mehr als einer Woche Spargel gestochen. "Wir sind heuer um die zehn Tage früher dran als normal", sagte Peter Strobl vom Spargelerzeugerverband Südbayern. "Im letzten Jahr waren wir dagegen extrem spät dran. Da hatten wir noch am 10. April sehr wenig Spargel."


Bislang ernteten aber nur etwa fünf bis zehn Prozent der Betriebe, die ein aufwendiges Verfahren mit drei Lagen Folie nutzen. "Da kommt schon ein netter Ertrag zusammen", sagte Strobl. Die meisten Spargelbauern fangen erst in diesen Tagen an. Am 7. April beginnt offiziell die Saison, dann steigt der Großteil der Betriebe ein.


dpa (Florian Eckl, Cathérine Simon )


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