Florian Eckl

Volontär beim Bayerischen Rundfunk, München/Erlangen

1 Abo und 2 Abonnenten
Artikel

Spardorf: Überfüllte Busse oder optimale Situation? - Erlangen - nordbayern.de

Bei den Schulbuslinien scheiden sich die Geister: den Schülerinnen und Schülern (und deren Eltern) sind die Busse gefühlt zu voll, doch Statistiken zeigen etwas anderes. © Bernd Böhner

SPARDORF - In manchen Städten und Landkreisen häufen sich seit einiger Zeit die Meldungen von zum Teil restlos überfüllten Schulbussen. Die Erlanger Nachrichten haben sich umgehört, wie es bei den Buslinien 208 und 209 im Landkreis Erlangen-Höchstadt aussieht.

Ein großer bayerischer Radiosender hat Mitte Januar mit einem Schulbustest die Gemüter von besorgten Eltern aufgebauscht. Einige Busse sollen hiernach stark überfüllt sein – ein Sicherheitsrisiko für alle Schüler und Fahrgäste. Auf den Buslinien 208 und 209, die unter anderem die Schüler zum Emil-von-Behring-Gymnasium nach Spardorf fahren, ist die Situation zwar nicht besorgniserregend, aber umstritten.

„Die Busse sind sicher nicht leer, ein Problem der Überfüllung gibt es allerdings nicht. Die Umstände sind angemessen“, versichert Direktor Martin Braun. Mitarbeiter Helmut Hafner erklärt, dass es ab und zu, aber nicht massenweise Beschwerden von Seiten der Eltern gibt.

Schüler weichen freiwillig aus

Es komme eben immer mal vor, dass die Buskapazität nicht ausreiche, das liege manchmal daran, dass die Schüler gerne den angenehmeren Bus nehmen. Eine Problematik darin sieht aber auch Hafner nicht. Die letzten Beschwerden gab es bei der Linie 208 bedingt durch eine fehlende Bushaltestelle in Hagenau, das habe man aber mittlerweile gelöst.

Ein wenig anders sehen es die Schüler: Marius geht in eine zehnte Klasse und fährt täglich aus Neunkirchen nach Spardorf. „Da die Linie 209 in Neunkirchen startet, habe ich eigentlich immer einen Sitzplatz, nach mir bei den nächsten Haltestellen wird es aber immer heftig voll“, sagt Marius. Besonders schwierig ist aber der Rückweg. Dort kommt es schon einmal vor, dass man auf den nachfolgenden Bus warten muss, wenn man nicht drängeln will. Dieser fährt meistens nur zehn Minuten später, für Marius ist es deshalb kein Problem. Für viele andere Schüler sind die Busse aber dennoch zu voll.

„Es ist gar nicht möglich, mehr Busse auf den Linien einzusetzen. Das Bussystem hier ist schon super“, findet ein Busfahrer der Linie 208. Ein Kollege der Linie 209 meint, dass die Busse zum Teil nur sehr voll sind, weil die Schüler unbedingt zusammen fahren wollen und deshalb oft auf den nächsten Bus warten, um dann gemeinsam zur Schule zu kommen. Daraus folgt eben, dass im ersten Bus noch Platz wäre, der Zweite aber an seine Kapazitätsgrenzen gerät.

Besonders schwierig wird es für die Busfahrer dann, wenn der Bus eigentlich voll ist und sie Schüler stehen lassen müssen – ansonsten würden sie einen Lizenz-Entzug riskieren. „Zum Busfahren gehört eben dazu, Leute von Ort zu Ort zu bringen. Da möchte man natürlich alle mitnehmen und geht eben ein Risiko ein“, sagt ein weiterer Fahrer, der wegen dieser Aussage lieber anonym bleiben will.

In den Landratsämtern ist kein Problem mit den Schulbussen bekannt. „Die letzten Beschwerden gab es im Jahr 2011. Die Situation bei den Buslinien 208 und 209 ist optimal“, sagt die zuständige Sachgebietsleiterin Beate Noppenberger. Es sei nicht geplant, mehr Busse einzusetzen, da sich die Buszahlen nach den Schülerzahlen richten. Falls es zu Engpässen oder Problemen komme, so Noppenberger, werde nachjustiert.

FLORIAN ECKL


Zum Original