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Ungarn: Wie sich junge Menschen informieren

Das Fernsehen in Ungarn sei "Gehirnwäsche", sagt Erzsébet Balczár, deshalb gucke sie es schon lange nicht mehr. Im Radio höre sie, wenn überhaupt, nur die Musik. Sobald jemand zu reden anfange, schalte sie ab, sagt die 27-jährige Ingenieurin aus Veszprém.

Wie die meisten jungen Ungarn informiert sie sich vor allem in den sozialen Medien. Dort klickt sie besonders oft auf die Artikel, über die viel diskutiert wird. "Mir ist wichtig, was die Leute sagen", sagt sie im Videotelefonat mit der DW. Da sei es auch egal, ob der Artikel von einem Medium komme, das der Regierung nahesteht. "Ich mag dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht", sagt Balczár.

Nachrichtenapps hat sie keine, keinem Medium will sie uneingeschränkt vertrauen. Beim Online-Portal Index war das anders, sagt sie. Es war ihre Hauptnachrichtenquelle. Doch seit dort im Sommer ein regierungsnaher Geschäftsmann seinen Einfluss ausbaute, der Chefredakteur gefeuert wurde und daraufhin fast die gesamte Redaktion aus Protest zurücktrat, schenkt sie der Seite "keinen Klick mehr".

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