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Auf eigene Gefahr im Home-Office: Unfall beim Toilettengang - Arbeitgeber haftet nicht

(gemeinfrei)

E-Mails lesen und nebenbei frühstücken, zwischendurch die saubere Wäsche aufhängen, ohne Zeitdruck auf die Speditionsfirma warten: Das sind einige der Vorteile des Homeoffice. Nachteil: Wer zu Hause einen Unfall erleidet, etwa auf dem Weg zur Toilette, hat keinen Anspruch auf Entschädigung.

Das hat das Sozialgericht München in einem Urteil von Anfang August entschieden, wie "BR24" berichtet. Der Fall: Ein Angestellter, der regelmäßig nicht zur Betriebsstätte fährt, sondern im Keller seines Hauses arbeitet, war auf dem Rückweg von der Toilette abgestürzt. Diesen Unfall wollte der Angestellte als Arbeitsunfall geltend machen.

Gericht gab Kläger nicht Recht

Dies sahen die Richter jedoch anders: In der Betriebsstätte seien Unfälle auf dem Weg zur Toilette zwar versichert, heißt es im Urteil. Im Fall von Heimarbeit habe der Arbeitgeber aber keinen Einfluss auf die Sicherheit der Einrichtung, etwa Boden und Treppen, und könne deshalb nicht für mögliche Unfälle verantwortlich gemacht werden.

Das Urteil vom Sozialgericht ist noch nicht rechtskräftig.

(veröffentlicht am 3. September 2019)

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