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Auf das Reisen ganz verzichten? - How Dare You?

Greta Thunberg ist die „Person of the Year 2019" der Zeitschrift TIME. Sie ist keine Wanderpredigerin der Apokalypse, keine Ikone mit Kontakt zum Unsichtbaren. Es ist ihre innere Überzeugung, Vision und Mission zugleich - und damit mit Werten behaftet die in einer Zeit von „America first", Lug und Trug, Eigennutz und Respektlosigkeit einen starken Gegenpol bilden.

Es tut mir leid, dass diese junge Frau nicht die Schönheit und Unbekümmertheit, das Glück und den Optimismus der Jugend erfahren kann und in Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Zukunftslosigkeit zu versinken droht. Wenigstens die Attribute der Jugend wie Kompromisslosigkeit und Radikalität erfahren bei ihr eine verstärkte Ausprägung.

Der Publizist Johannes Gross sagte: „Früher glaubte jede neue Generation, mit ihr fange die Welt an. Heute glaubt die neue Generation, mit ihr gehe sie zu Ende."

Nicht-Flieger

Verfolgt man die aktuelle Diskussion bekommt man immer häufiger den Eindruck, dass es am besten wäre, auf das Reisen und speziell das Fliegen, ganz zu verzichten. Der Zeitgeist spiegelt uns vor, dass der gute Mensch ein Nicht-Flieger, Nicht-Kreuzfahrtschifffahrer... zu sein hat.

Ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie die öffentliche Meinung von einem Extrem ins andere fällt, wie manipulierbar Menschen sind? Jeder Zweite (jeder Politiker) will nun zu den Vorreitern der Klimabewegung gehören und zeigen, wie sehr die anderen noch hinter dem Mond zuhause sind. Dürfen wir geschehen lassen, was soeben passiert?

Wie in den meisten Fällen allzu aufgeregter Diskussionen fehlt es auch hier an den Zwischentönen, an differenzierten Argumenten, die nicht schwarz-weiß malen, nicht unterscheiden in Klimafreunde und Klimafeinde.

Nachdenken
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