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Warum hat der Urin nach einer Spargelmahlzeit so einen merkwürdigen Geruch?

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© stu120 / Getty Images / iStock (Ausschnitt)

Endlich Spargelzeit! Das macht sich nicht nur auf dem Teller, sondern auch auf der Toilette bemerkbar. Aber warum stinkt Spargelurin eigentlich?

Schmackhaft und gesund - Spargel (Asparagus officinalis) ist im Grunde ein ideales Gemüse, wäre da nicht diese unangenehme Nebenwirkung, die schnell nach seinem Verzehr bemerkbar wird. Es riecht streng beim Pieseln. Was dem Spargelurin seinen intensiven Geruch verleiht? Schuld sind flüchtige Schwefelverbindungen, die uns in die Nase steigen. Allerdings müffeln nicht die Inhaltsstoffe des Spargels, sondern das, was unser Körper daraus macht. Methanthiol, Dimethylsulfid und Dimethyldisulfid heißen die stinkenden Stoffwechselprodukte. Man vermutet, dass dieses Trio infernale in einem bestimmten Spargelbestandteil seinen Ursprung hat, der Asparagusinsäure, auch Asparagussäure genannt.

Um das Geheimnis des charakteristischen Odeurs von Spargelurin ranken sich heute noch viele Mythen. Heroische Selbstversuche, um ebendieses Geheimnis zu lüften, gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Während der Pharmakologe und Lebensmittelchemiker Albert Hilger 1874 sich noch selbst einer mehrtägigen Spargel-Bier-Diät unterzog und mit Eigenurin experimentierte, konnte der Mediziner und Chemiker Marcel Nencki auf die Kollegialität des übrigen Laborpersonals bauen: Tee und sieben Kilo Spargel reichte er ihnen zu Mittag und bekam, nun ja, reichlich zurück...

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