Timo Al-Farooq

Journalist & Political Analyst, London⎜Berlin

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An Mursis Tod ist auch Deutschland schuld

Foto: Wikimedia


Ägypten, eines der brutalsten Militärdiktaturen der Welt, strategischer Partner eines skrupellosen und scheinheiligen Westens, sowie Lieblingsreiseziel deutscher Nach-mir-die-Sintflut-Hauptsache-billig-Touristen im Nahen Osten, hat den einzig demokratisch gewählten Präsidenten in der Geschichte des Landes, Mohammed Mursi, unter folterähnlichen Zuständen (so Human Rights Watch) über sechs Jahre lang im Gefängnis dahinsterben lassen.


Das ist tragisch, aber war vorauszusehen: Ägyptens Militärherrscher hatten noch nie was übrig für Muslimbrüder wie Mursi einer war. Auch ist es kein Zufall (wer Lawrence Wright's 9/11 Monographie „The Looming Tower" gelesen hat weiß wovon ich spreche), dass der in ägyptischen Gefängnissen gefolterte und ohnehin schon radikale Aiman az-Zawahiri sich zu al-Qaida's Führungsebene weiter hochradikalisieren und neben Osama bin Laden zum meistgesuchten Terroristen der Welt aufsteigen sollte.

Bemerkenswert ist hingegen etwas anderes: das Schweigen Deutschlands zu Mursis Tod, ja Mord. Auch das Schweigen Frankreichs, Großbritannien und das der Schutzmacht USA, denen der Fall lediglich ein „Ja, haben wir mitbekommen" wert war (die Vorbereitungen auf einen möglichen amerikanischen Iran-Krieg scheinen die ganze Aufmerksamkeit des einst so stolzen Weltpolizisten zu beanspruchen."


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