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eMio, Emmy und Coup - Diese Mietroller sausen durch Berlin - morgenpost.de

Elektroroller

Im Sommer gibt es mehr Mietroller in Berlin - sie sollen vor allem Pendler in der City überzeugen Foto: Moritz Thau / BM

Mehr als 1000 Mietroller sind derzeit in Berlin verfügbar. Ökobilanz und Sicherheit der Anbieter könnten allerdings besser sein.


Drei Anbieter wollen in diesem Sommer in Berlin das sogenannte Scooter-Sharing populär machen und werben mit Vorteilen wie Spontaneität, Schnelligkeit und stressfreier Parkplatzsuche. Das Prinzip funktioniert genauso wie beim Car-Sharing und soll besonders Berufspendler anlocken. Zu den Anbietern gehören in Berlin mit rund 150 orangenen Rollern eMio sowie das Start-up Emmy, das aktuell 350 Roller anbietet und am vergangenen Pfingstwochenende auch in Hamburg gestartet ist. Hinzu kommt das wachsende Angebot der Firma Coup, die zum Bosch-Konzern gehört und im Sommer auch nach Paris expandieren möchte. In Köln und München ist zudem die Firma scoo.me aktiv, der Hamburger Anbieter Janoo hat hingegen im Februar 2017 wieder aufgeben müssen und seine Flotte verkauft.


Berlin ist eine Art Testgebiet für Scooter-Sharing, aber auch Hamburg, Köln und München sind begehrte Ziele für neue Roller-Flotten. Überzeugen wollen die Anbieter vor allem mit ihren Preisen: Coup kassiert für die erste halbe Stunde drei Euro, Emmy nimmt für eine Minute 19 Cent. In Städten wie München oder Hamburg ist dies meist günstiger als eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr.


E-Roller sind keine umweltfreundliche Alternative

Doch in Sachen Umwelt sind Bahn und Fahrrad bisher unschlagbar, denn viele Roller laufen noch über Benzinantrieb. Emmy testet deswegen beispielsweise in Stuttgart zusammen mit den Stadtwerken den Einsatz von E-Rollern. Deren Akku reicht für etwa 100 Kilometer, was gut zum den typischerweise kurzen Fahrtwegen des Elektro-Flitzers passe.

So bestätigt auch das Unternehmen Coup in seinen Marktanalysen, dass die durchschnittliche Fahrtlänge maximal sechs Kilometer und höchstens 20 Minuten betragen. Doch "abgasfrei" macht die Elektro-Roller noch lange nicht "emissionsfrei", wie Emmy und Coup online werben. Der Strom für die Akkus wird in Deutschland zu zwei Dritteln aus Kohle, Gas und Atomenergie gewonnen. Damit sind E-Roller zwar eine mobile Alternative zum Auto, umweltschonend sind sie deshalb aber nicht.


Mietroller nicht ohne Risiken für Nutzer

Die Roller dürfen auf 45 Stundenkilometer beschleunigen und schalten mit Automatik. Wer einen Roller leihen möchte, benötigt lediglich den Autoführerschein und kann sogar einen Beifahrer mitnehmen - je nach Anbieter werden ein bis zwei Helme gestellt. Doch diese sind in der Regel sogenannte Jethelme, die vom ADAC und Stiftung Warentest kritisiert werden. Sie bieten keinen Kinnschutz und lassen das Gesicht frei, passen nicht unbedingt auf jede Kopfform und sichern die Fahrer daher nicht ausreichend gegen Unfälle. Ebenso schützt die Alltagskleidung der Roller-Nutzer nicht optimal für eine Fahrt - Jeans und T-Shirt halten einem Aufprall nicht stand. mit dpa


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