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Brutal schön (jádu-Magazin Goethe-Institut Prag/ Schwerpunkt: Schönheit)

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Maria alias Balea Foto: © PHOTO MOTIF | Anja Schwenke

Wie viele sogenannte „Gemoddete“ (körperlich Veränderte) es in Deutschland gibt, lässt sich schwer beziffern, da der Begriff nicht eindeutig umrissen ist. In Sachen Tattoos und Piercings sind jedoch laut Umfragen von YouGov und IfD Allensbach rund 15 Prozent aller Menschen in Deutschland tätowiert, knapp 7 Prozent jenseits der Ohrläppchen gepierct. Mehr als jeder zehnte besitzt über vier Tattoos wie die Ruhr-Universität Bochum 2014 herausfand. Dazu gehört auch Balea – mit Mitte 20 zieren nicht nur etliche Bilder ihre Haut, sondern sie trägt zudem viel Ohrschmuck, Dreadlocks und hat eine gespaltene Zunge. Ein kunstvolles Muster aus silberfarbenen Piercings verläuft über Mund und Unterkiefer, Hingucker sind ihre tätowierte rechte Gesichtshälfte und das schwarze Auge. Mit dem sichtbaren Teil ihrer Bodymodifications fällt Balea selbst in Berlin noch auf, obwohl dies nicht ihr Ziel ist: „Das kann daran liegen, dass man im Gesichtsbereich einfach viel mehr Möglichkeiten hat. Was kann ich denn am Körper großartig machen, außer mir den Zeh zu amputieren?“
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