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Autoimmunerkrankungen: Stress macht mürbe

An sich ist Stress nicht schädlich. Über Wochen und Monate aber kann er krank machen: Dauergestresste bekommen häufiger Herzprobleme und Rheuma. Warum, ist rätselhaft.

Stress ist zuallererst ein Gefühl. Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, keinen Handlungsspielraum zu besitzen, sein eigenes Leben nicht mehr im Griff zu haben. Egal ob Führungsperson, Alleinerziehende, Schüler, Studentin oder jemand, der keine Arbeit findet und am Monatsende ständig das Geld zählen muss: "Menschen empfinden Stress meist in unvorhersehbaren Situationen. Sie zu meistern, übersteigt dann die eigenen Ressourcen", sagt Christian Otte, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin.

Rund jeder fünfte Deutsche über 18 Jahre fühlt sich häufig gestresst. Viele haben den Eindruck, dauernd den eigenen Ansprüchen hinterherzulaufen und zu viele Verpflichtungen zu haben. Auch in der Freizeit gibt es Stress, zum Beispiel wenn nebenher ständig neue Nachrichten auf dem Handybildschirm blinken, die Familie nach einem ruft oder der Haushalt wartet. Seit Jahren nehmen die stressbedingten Krankschreibungen zu (TK-Stressstudie, 2016). Viele davon werden ausgestellt wegen psychischer Beschwerden, wegen Burn-out oder Belastungsstörungen. Im Körper kann Stress auf Dauer Spuren hinterlassen. Er trifft das Herzkreislaufsystem und könnte - wie neue Studien zeigen - sogar Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheuma begünstigen.

Wie kommt es dazu? Was löst Stress im Körper aus? Und warum ist es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so schwer, die biologischen Mechanismen von Stress zu ergründen? (...)


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