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5 Dokus für eine bessere Welt

5 Dokus für eine bessere Welt

Unsere Konsumkultur hat ihre Folgen: Günstige Lebensmittel und Fast Fashion bedeuten auch Umweltschäden und unterbezahlte Arbeitskräfte. Diese Filme dokumentieren die wenig rosige Realität hinter den Produkten, die wir kaufen.


 "Unser Täglich Brot" (2005) von Nikolaus Geyrhalter

"Unser Täglich Brot" kommt ganz ohne Sprache aus und präsentiert dem Zuschauer ohne Wertung Aufnahmen aus der Agrarindustrie: Küken, die mit einem Förderband transportiert, und Fische, die mit einem Schlauch aus dem Wasser gesaugt werden, aber auch ein Propellerflugzeug, das Pestizide auf ein Feld voller Sonnenblumen sprüht. Die Geräuschkulisse von Maschinen und Fabriken wirkt dabei eindrucksvoll für sich allein und wird nicht durch Interviewpartner oder Erklärungen aus dem Off unterbrochen. Wo genau die Dokumentation gedreht wurde, wird nicht gesagt, allein die Darstellung von Lebensmittel und Tier als Konsumgut steht im Vordergrund. Statt sich berieseln zu lassen, denkt der Zuschauer mit und kann sich seine ganz eigene Meinung bilden.

 

"Die Grüne Lüge" (2018) von Werner Boote

Nur weil "nachhaltig" draufsteht, ist noch lange nicht "nachhaltig" drin. Das zeigt Regisseur Werner Boote, der sich zusammen mit der Journalistin Kathrin Hartmann die Aufgabe setzt, die "Greenwashing"-Kampagnen von Konzernen zu hinterfragen. Hartmann hat schon einige kritische Bücher zur Konsumgesellschaft veröffentlicht. Der Dialog zwischen den beiden führt zu den verschiedenen Protagonisten des Films: Öffentlichkeitsabteilungen der Konzerne, Umweltschützern und Kämpfern für eine bessere Welt. Zentral ist die Kritik an der Politik, die es versäumt, selbst Verantwortung für den nachhaltigen Konsum zu übernehmen. Stattdessen bietet sie Raum für irreführende Werbung, die von "grünem" Palmöl spricht – dessen Produktion aber nur durch die immer weitere Rodung des Regenwaldes möglich ist.

 

"Cowspiracy: Das Geheimnis der Nachhaltigkeit" (2014) von Kip Andersen und Keegan Kuhn

Was bedeutet kommerzielle Viehwirtschaft eigentlich für unsere Umwelt? Dieser Frage widmet sich der Film "Cowspiracy: Das Geheimnis der Nachhaltigkeit" und sucht nach der Wahrheit hinter der Kuh. Die Dokumentation ist ein Crowdfunding-Projekt, das die Herstellungsprozesse hinter dem Fleisch in der Supermarkttheke als Umweltsünde entlarvt. Denn die Fleisch- und Fischindustrie erzeugt mehr Treibhausgase als Verkehr, Wohnungen und andere Industrien zusammen. Die Dokumentarfilmer fragen bei führenden Umweltschützern, aber auch bei den Industrievertretern nach, warum diese Tatsache in der Debatte um Nachhaltigkeit so wenig berücksichtigt wird.

 

"The True Cost – Der Preis der Mode" (2015) von Andrew Morgan

Der Regisseur Andrew Morgan spricht für diese Doku mit Arbeiterinnen in Bangladesch, Indien, Kambodscha, China, Afrika und Haiti, die dort an teilweise lebensbedrohlichen Arbeitsplätzen günstige Kleidung für die westliche Welt herstellen. In der heutigen Modeindustrie gibt es statt vier ganze 52 Jahreszeiten – sodass praktisch jede Woche des Jahres neue Produkte in den Läden präsentiert werden, zu erschwinglichen Preisen. Große Firmen wie H&M, Zara und Walmart bieten billige Mode auf Kosten anderer an: Vergiftung, Verschmutzung und Niedriglöhne sind der Alltag in den Herstellerländern. Und immer wieder kommt es wegen der Instabilität von Fabrikgebäuden zu Katastrophen, die viele Menschenleben kosten. In "The True Cost" nehmen die großen Modeketten dazu nicht Stellung, aber die Bilder sprechen für sich.


"Minimalismus – Ein Film über die wichtigen Dinge des Lebens" (2016) von Matt D’Avella

Weniger Konsum bedeutet mehr Glück, das ist die These der Dokumentation mit Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus. Der Regisseur ist mit den beiden bekennenden amerikanischen Minimalsten durch die USA gereist und wählt eine Herangehensweise über persönliche Lebensgeschichten: Familieneltern, Künstler, Wissenschaftler – sogar ein ehemaliger Börsenmakler von der Wallstreet – erzählen, wie sie Minimalismus in ihrem Leben praktizieren. Dabei bedeutet das minimalistische Leben nicht, so wenig wie möglich zu besitzen. Im Gegenteil: Es bedeutet, all das zu besitzen, was wichtig ist – und nur das. Das Ziel der Protagonisten ist es, ein Leben mit Bedeutung zu führen und sich dabei weniger auf Konsum zu stützen. Die Doku schafft es, individuelle Lebenssituationen zu vermitteln und erlaubt damit den Einblick in einen bewussteren, nachhaltigeren und minimalistischen Lebensstil.

 

 






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