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Tunesische Datteln: Zwischen Rekorden und Zukunftsangst

Wenn Sie in einem deutschen Supermarkt Datteln kaufen, dann stammen diese wahrscheinlich aus Tunesien. Die Deglet Ennour, Finger des Lichts genannte Variante ist bekannt für ihr süßes, hellgelbes Fruchtfleisch, das im Licht fast durchsichtig schimmert. Das macht sie zum Exportschlager. Die Datteln sind neben Olivenöl der wichtigste Pfeiler der tunesischen Landwirtschaftsexporte.

Eigentlich sind Dattelpalmen perfekt an das Klima im Süden Tunesien angepasst. Sie überstehen Nachtfrost im Winter, die monatelangen Hitzeperioden im Sommer und den teilweise starken Wind, ohne Schaden zu nehmen. Ihre Wurzeln, die tief in den sandigen Wüstenboden reichen, erlauben den hohen, schlanken Bäumen, ausreichend Wasser zu bekommen und verankern sie gleichzeitig fest. Doch die Folgen des Klimawandels bedrohen die Datteln und das fein aufeinander abgestimmte Mikroklima der Oasen gleich mit.

„Immer mehr Landwirte kommen zu uns und sagen' Unsere Datteln sind schwarz'. Und die Käufer aus Tunis sagen: ‚Das ist gar keine Deglet Ennour, das ist schlechte Qualität'", berichtet Nabila Kadri, Agronomin am staatlichen Dattelzentrum in Kebili, einer der wichtigsten Regionen der Dattelproduktion im Süden des Landes. Die Qualität von früher, sei heute kaum noch zu erreichen, erkläre sie den besorgten Landwirten und Käufern immer wieder. Denn mit den immer länger dauernden Hitzeperioden und starken Schirokko-Winden, die Hitze aus dem Süden bringen, reifen die Datteln zu schnell und zu früh. Das geht zu Lasten der Qualität. Kadris Aufgabe ist es, die Landwirte für diese Probleme zu sensibilisieren und Strategien aufzuzeigen, wie sie damit umgehen können.

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