7 subscriptions and 12 subscribers
Feature

Bayreuth ohne Wagner

Stadt der Macher
Für einen Monat verwandelt sich Bayreuth dank der Richard-Wagner-Festspiele in eine Weltstadt. Und dann?

von Robert B. Fishman

Bayreuth. Wenn im September der Festspiel-Rummel abgeklungen ist, findet Bayreuth wieder zu sich selbst. Wer genau hinsieht entdeckt in dem barocken Residenzstädtchen eine lebendige Kultur- und Kneipenszene, eine Bier-Erlebniswelt, geheimnisvolle Katakomben, einen goldgekrönten Sonnentempel, eine der letzten Klaviermanufakturen Deutschlands, ein Weltkulturerbe und ein Stück Afrika.

„Gute Erinnerungen an einen stinkenden Raum voller Betrunkener“, steht auf dem Zettel, den ein Spaßvogel an die Pinnwand im Iwalewa-Haus geklebt hat. Die Ausstellungsmacher wollen von den Besuchern wissen, welches ihr Lieblingsplatz in Bayreuth sei. Den Hofgarten nennt einer, die Uni, den Hauptbahnhof, von dem man am schnellsten von hier weg komme und natürlich - mit einem Herzchen versehen - das Iwalewa Haus - ein deutschlandweit einmaliges Zentrum für afrikanische Kunst und Kultur der Gegenwart:
In Fischernetzen hängen Zettel, Pässe und Stempel. Die Künstlerin Ndidi Dike dokumentiert mit...