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Köln: Wie das Leben trotz Coronavirus weitergeht - WELT

"Stay Home" (zu Hause bleiben) ist auf einen Kölner Gehweg gesprüht

In Nordrhein-Westfalen zählt das Robert-Koch-Institut die meisten deutschen Corona-Fälle. Das gesellschaftliche Leben ist lahmgelegt, doch es geht andernorts weiter. Eine Bestandsaufnahme in Köln.

„Halten Sie bitte Abstand!", ruft mir die Verkäuferin in einem Kölner Netto-Markt entgegen. Reflexartig springe ich einen Meter von der Kasse zurück. Ich fühle mich, als hätte ich etwas geklaut und sei dabei ertappt worden. Mit ausgestrecktem Arm versuche ich meine EC-Karte in das Lesegerät zu stecken. „Nicht so weit!", lacht die Verkäuferin.

Es sind merkwürdige Zeiten in Köln. Die menschenleere Aachener Straße, die Flaniermeile der Stadt auf der sich der Supermarkt befindet, wirkt wie aus einem Zombiefilm. Doch nur auf den ersten Blick. In den Schaufenstern kleben Schilder „Speisen und Getränke to go". Vereinzelt stehen Menschen in Restaurants, um Speisen abzuholen. Ihre Blicke sind irritiert, teilweise schuldig blicken sie den draußen stehenden Betrachter an.

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