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Deutsches Pferdemuseum: Viele tolle Werke von "Peggy"

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Schülerin Nadine Geisler mit ihrem Pegasus.

Verden. Zur Eröffnung ihres Ausstellungsprojekts "Sagenhafte Schülerpferde" konnten die Domgymnasiasten der Klasse 8f1 am Sonntag zahlreiche Gäste im Deutschen Pferdemuseum (DPM) begrüßen. Geboten wurden den Besuchern Pferdeskulpturen aus Sagen und Märchen sowie der griechischen Mythologie, die die Schüler mit den passenden Performances untermalten.

Seit mehreren Jahren lädt die Museumspädagogin Ulrike Brockmann anlässlich des Internationalen Museumstages eine Verdener Schule zu einem gemeinsamen Projekt ein. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Achtklässler des Verdener Domgymnasiums. Darüber freute sich auch Schulleiter Detlev Lehmann, der es für besonders wichtig hält, dass die Schüler über den Unterricht hinaus an Projekten beteiligt sind.

Ulrike Brockmann lobte in ihrer Begrüßungsrede Flexibilität und Teamfähigkeit der Schüler und zeigte sich überrascht "von der Originalität ihrer Ideen". Die ist auch auf das besondere Engagement der Kunstlehrerin Alexandra Deberding zurückzuführen. Die Lehrerin, die bereits eine Ausbildung im darstellenden Spiel erfolgreich abgeschlossen hat, freute sich über die Möglichkeit, Kunst und Theater miteinander zu verbinden.

Seit November erarbeitete sie mit den Schülern die Skulpturen aus gestifteten Holzresten und die passenden Performances, mit denen sie ihre Werke vorstellten. Die Achtklässler schlüpften in die Rollen von griechischen Göttern und erzählten aus deren Perspektive kleine Geschichten über Pferde.

An insgesamt 14 Stationen konnten die Besucher, darunter Vorstandsmitglied des Pferdemuseums und Bürgermeister Lutz Brockmann, die Skulpturen bewundern und den Erzählungen lauschen. Unter den Werken fanden sich neben dem Hippocampus, ein Pferd mit dem Hinterteil eines Fisches, auch verschiedene Darstellungen des sagenumworbenen Pegasus. Nachdem sich die Schüler monatelang mit den Geschichten um das geflügelte Pferd auseinandersetzen, ist es von einigen Schülern nur noch liebevoll "Peggy" genannt worden, erzählte Christoph Plate in seiner Eröffnungsrede.

Einige der 27 Schüler seien wegen ihrer Konformation verhindert gewesen. Um trotzdem dabei zu sein, hatten sie Fernsehstationen eingerichtet, an denen die Besucher ihren Performances sehen konnten. "Sie drücken einfach auf den Startknopf und schon kann es losgehen", so Plate.

Doch nicht nur künstlerisch haben sich die Achtklässler in das Projekt eingebracht. Es wurden verschiedene Gruppen gebildet, die sich unter anderem mit dem Schreiben der Eröffnungsrede oder der Gestaltung der Flyer beschäftigten. Hilfe bekamen sie hierbei auch von der angehenden Deutschlehrerin Ines Janz. Für die Pressearbeit waren Laura Kurz und Ediba Sancar-Celik verantwortlich. Souverän beantworteten sie alle Fragen, machten Fotos und Videoaufnahmen. "Mit so vielen Besuchern hatten wir niemals gerechnet", sagte Laura überrascht.

Die hölzernen Skulpturen haben einige der Schüler aber auch an den Rand der Verzweiflung gebracht. Fabiana Hohl und Lisa Mattfeldt-Köster waren fast fertig mit ihrem Pegasus, "da krachte die Skulptur auf einmal zusammen", erzählte Lisa. Die ehrgeizigen Mädchen stellten aber pünktlich zu Ausstellungsbeginn eine zweite Version fertig, die sie stolz präsentierten.

Wer sich ein eigenes Bild über die Arbeiten machen möchte, kann dies noch bis einschließlich 29. Mai während der Öffnungszeiten des Museums, täglich von 10 bis 17 Uhr, außer montags. Die Performances werden am 21. Mai, dem Tag der kulturellen Vielfalt, ein zweites aufgeführt.


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