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Arabische Clans in Deutschland: "Keine Parallelgesellschaft, eine unerwiderte Liebe!"

Wilhelm Minke

In Deutschland sind Serien und Dokumentationen über Clans längst zu einem popkulturellen Phänomen geworden. Teile der Berichterstattung haben aus Geschichten über kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ein boomendes Geschäftsmodell gemacht − sehr zum Leid der Mehrheit ihrer Familienmitglieder, die versuchen ein normales Leben zu führen. Zu diesen gehört auch Mohamed Chahrour, der als Musiker und Schauspieler arbeitet, wegen seines Nachnamens dennoch häufig von der Polizei festgehalten, im Straßenverkehr überprüft oder auf Drogen kontrolliert wird.

Durch die Gründung seines Berliner HipHop-Labels "Royal Bunker" gerät auch Journalist Marcus Staiger bereits Anfang der 2000er im Umfeld des Rappers Bushido in Kontakt mit Mitgliedern des Abu-Chaker-Clans. Als er einige Jahre später als Chefredakteur von Rap.de einen kritischen Text über den Rapper veröffentlich, klingelt sein Handy. Bushidos ehemaliger Manager Arafat Abu-Chaker ist am Telefon. Staiger rechnet mit einem Streit, doch die beiden verstehen sich gut.

Chahrour und Staiger haben zu dem Thema arabische Clans in Deutschland die letzten zwei Jahre recherchiert und den Podcast "Clanland" aufgenommen. Dieser möchte nicht über sondern mit arabischen Clans sprechen. Im Interview mit dem stern berichten sie von den Ergebnissen ihrer Recherche. Ein Gespräch über rassistische Stigmatisierungen, eine verfehlte Berichterstattung und das Glück, in einer Großfamilie Freunde fürs Leben zu finden.


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