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Column

Essay-Journal: LEICHTFERTIG

Mit vielem werde ich leicht fertig, mit vielem nicht. Wovon hängt das ab? Das ist nicht leicht zu sagen. Mit dieser Frage werde ich also schon einmal nicht leicht fertig. Oder mache ich es mir etwa dadurch leicht, dass ich mich um die Antwort herumdrücke? Spiele ich hier bloß mit der Vorgabe, nicht leichtfertig zu sein?

Wie leichtfertig ist man, wenn man spielt? Soll man vielleicht von dem durchaus nicht leichtfertigen Spiel die Spielereien – als unverbindliche Ausgeburten des Leichtsinns – ausnehmen? Eher bin ich geneigt, Spiel und Spielerei nicht gegeneinander auszuspielen. Wo wir kein leichtes Spiel haben, ist vielleicht alles Krampf.

Und doch kann auch die Leichtigkeit des Seins unerträglich sein. Leichte Unterhaltung langweilt mich. Der Lebensrat "Take it easy" nervt mich. Bin ich zu schwermütig für die Leichtigkeit? Zumindest bin ich zu langsam für das Schnelle. Zu tiefschürfend für das Oberflächliche. Das für zu leicht Befundene macht mich fertig. In diesem Sinn leichtfertig bin ich allemal.

(ABC-Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)