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Bauern diskutieren im Hörsaal der Landvolkshochschule

Karin König 06.01.2018 | Stand 05.01.2018, 20:00 Uhr

Hardehausen. "Bauern in der Kritik - Was wir wirklich falsch machen": Unter diesem Vortragstitel hat Karsten Schmal, Präsident des hessischem Bauernverbands, die Drei-Königstagung in der Landvolkhofschule eröffnet. Damit fasste er zugleich das diesjährige Thema der vier Tage in Hardehausen zusammen. "Das Thema der Tagung wird traditionell bereits zur Libori-Kundgebung in Paderborn festgelegt", erklärte Stephan Kreye, Mitarbeiter der Landvolkshochschule. "Dabei geht es wie in diesem Jahr meist um die Entwicklungen in der Landwirtschaft."

Knapp 50 Landwirte aus den Kreisen Höxter, Soest, Paderborn, Korbach, Gütersloh, Warendorf, dem Hochsauerlandkreis sowie dem märkischen Kreis reisten zur Tagung an. Einige von ihnen kamen zum ersten Mal, andere nehmen seit mehr als fünf Jahrzehnten an den Veranstaltungstagen der Landvolkshochschule teil. Karsten Schmal begann die Tagung mit einem Blick auf die aktuelle Situation der Landwirtschaft. In seiner Präsentation zeigte er auf, dass die Anzahl der Milchvieh- und Schweinehalter seit Jahren zurückgehen. "1950 ernährte ein Landwirt zehn Menschen, heute sind es über 129." Mit dieser Produktivitätssteigerung gingen auch Probleme einher: Zu den größten Schwächen der Landwirte zählte Schmal die mangelnde Kommunikation mit der Bevölkerung und den Medien, falsche Tierhaltung und unnötige Gülletransporte über weite Entfernungen. Auch die Verwendung von Düngemitteln kam zur Sprache. "Den Kampf um Glyphosat haben wir verloren, denn am Ende der Diskussion haben Fakten keine Rolle mehr gespielt", resümierte er zur anhaltenden Debatte über die umstrittene Chemikalie, die nach EU- Richtlinien weiterhin auch in Deutschland eingesetzt werden darf.

Aber auch die Verbraucher nahm Schmal in die Verantwortung. Diese forderten dauerhafte Verfügbarkeit von Lebensmitteln, ohne ihre Qualität wertzuschätzen. "In vielen Teilen der Welt hungern die Menschen. Dagegen haben wir in Deutschland Luxusprobleme." Schmal argumentierte, dass viele Menschen nicht mehr wüssten, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden. Eine mögliche Gegenmaßnahme sei eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit. Als Beispiele nannte er organisierte Besuche von Schulklassen und Fortbildungen für Lehrkräfte. "Bei aller Kritik und allen Fehlern lohnt es sich, für diesen Berufsstand zu streiten", fasste er am Ende zusammen.

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