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Die zehn besten deutschen Filme der Zehner

Mit dem Ende von 2019 gehen nicht nur ein Jahr, sondern auch die Zehner vorbei. Zeit, zurückzublicken. Die Zehner waren eine aufregende Zeit für den deutschen Film. Wir haben die zehn besten deutschen Filme gekürt. Neben klaren Favoriten wie "Victoria", "Toni Erdmann" und "Oh Boy" sind auch einige Überraschungen dabei.


Victoria

D 2014, Regie: Sebastian Schipper

Ein Film wie ein Rausch. Ein paar Jugendliche in Berlin und eine Nacht, die aus dem Ruder läuft. Alles an diesem Film ist aufregend: Die Schauspieler (Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski), die nur zwölf Seiten Drehbuch hatten und daher echte Dialoge raushauen. Die Story einer Romanze, die mit viel Sirenen endet. Und natürlich der Schnitt, den es gar nicht gibt, denn die gesamten 140 Minuten des Films sind in einer Einstellung gedreht. Kameramann Sturla Brandth Grøvlen war immer dabei, musste die schwere Kamera immer draufhalten und dabei durch Berlin rennen. Regisseur Sebastian Schipper ("Absolute Giganten") ist ein Film gelungen, nach dem man völlig fertig ist. So als wäre man die ganze Nacht dabei gewesen.


Toni Erdmann

D 2016, Regie: Maren Ade

Was für eine Komödie! Dabei ruft das Wort Komödie (und dann auch noch eine deutsche) in dem Fall völlig falsche Assoziationen hervor. Mit viel Humor, aber auch sehr klug erzählt "Toni Erdmann" nicht nur eine Vater-Tochter-Geschichte, in der ein peinlicher Vater mit schlechten Witzen das Verhältnis zu seiner erfolgreichen Business-Tochter verbessern will. Regisseurin Maren Ade zeigt den Generationskonflikt der 68er mit ihren unpolitischen und karriereorientierten Kindern, sie zeigt aber vor allem die Einsamkeit in einer neoliberalen globalisierten Gesellschaft. Ein Film zwischen Traurigkeit und Witz und mit und zwei tollen Hauptdarstellern (Sandra Hüller und Peter Simonischek).


Halt auf freier Strecke

D 2011, Regie: Andreas Dresen

Bei all dem Applaus und dem Ruhm für Andreas Dresens Biografie-Film "Gundermann" ist fast schon vergessen, dass der Regisseur am Anfang dieses Jahrzehnts schon einen äußerst bemerkenswerten  Film herausgebracht hat. In "Halt auf freier Strecke" zeigt er den Verfall und das Sterben eines Krebskranken in einem Berliner Reihenhaus. So real, so unkitschig, so herzzerreißend. Von der Diagnose über den letzten Sex bis zu den Abschiedsworten der Tochter ("Ich muss zum Training") wird der ganze Alltag gezeigt – ohne Rücksicht auf Verluste. Milan Peschel spielt den kranken Familienvater, der immer mehr die Kontrolle über Körper und Geist verliert. Ein Film voller leiser, oft dokumentarisch anmutender Alltagsszenen, die das Ganze so traurig machen.


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