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Rettung für den „Feuerfuchs"

Zu Unrecht steht der Rote Panda im Schatten seines großen schwarzweißen Namensvetters. Im Zoo gehört er zu den Publikumslieblingen. In freier Wildbahn ist er stark bedroht. Foto: Vera Gorissen

Artenschutz im Krefelder Zoo: Rettung für den „Feuerfuchs"


Der Krefelder Zoo und WWF Deutschland starten ein gemeinsames Artenschutzprojekt zum Erhalt des Roten Pandas. Der Katzenbär ist auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft, weltweit gibt es keine 10.000 mehr im Freiland.


Sie gehören zu den Publikumslieblingen im Krefelder Zoo. Gerade weil sie so niedlich aussehen, bleiben viele Besucher vor dem Gehege der Roten Pandas stehen. Doch ihre Schönheit wird ihnen in der Natur zum Verhängnis. Das rotbraun leuchtende Fell des Roten Pandas ist beliebt für Pelzmützen; darum fallen viele Tiere Wilderern zum Opfer. Neben der Jagd auf die Tiere zerstören Waldbrände ihren natürlichen Lebensraum im Himalaya-Gebiet.

Rusty und Cosima klettern in ihrem Gehege im Krefelder Zoo auf Bäumen und warten, bis sie mit frischem Bambus gefüttert werden. Zum Schutz der bedrohten Tierart arbeitet der Zoo künftig eng mit dem deutschen Ableger der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) zusammen. Gemeinsam gründeten sie das „Team Roter Panda Krefeld" und sammeln Gelder für ihre Artenschutzprojekte. Die Einnahmen sollen zum einen der Modernisierung des Krefelder Tiergeheges zugute kommen und im Zuge des Europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) Nachwuchs fördern. Zum anderen wird ein Projekt des WWF in der Panda-Heimat Bhutan unterstützt.

Rote Pandas gelten weltweit als gefährdet

Der Kleine Panda (Ailurus fulgens), auch Roter Panda, Katzenbär, Bärenkatze, Feuerfuchs oder Goldhund genannt, lebt im östlichen Himalaya und im Südwesten Chinas. Seit 2008 wird er auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion als „gefährdet" geführt. Nach Schätzungen leben weniger als 10.000 erwachsene Exemplare in Freiheit.

Zoodirektor Wolfgang Dreßen freut sich über die Kooperation mit dem WWF. „Wir sind ein kleiner Zoo und haben nicht die Mittel, eigene Projekte auszuführen. Für Krefeld ist es wichtig, kompetente Partner für den Artenschutz zu finden", sagt Dreßen. Mit dem WWF gebe es eine gewisse Vertrautheit. Gemeinsam unterstütze der Zoo mit der Naturschutzorganisation viele Projekte. Im Jahr kommen durch Besucher-Spenden an die 20.000 Euro zusammen. Schutzprogramme für Pelikane, Riesenkängurus, Orang Utans, Chimpansen und Zebras wurden so bereits gefördert.

Um zielgerichtet das Rote-Panda-Projekt in Bhutan und das Krefelder Tiergehege zu unterstützen, ist eben diese besondere Kooperation geschaffen worden. „Mit einem Monatsbeitrag von neun Euro können Besucher und Tierfreunde mitmachen", sagt WWF-Pressesprecher Roland Gramling. Dafür bekommt man jährliche Berichte aus den Projekt-Regionen des Zoos und des WWF, Einladungen zu Aktionstagen und Gehegeeröffnungen, eine Nennung auf der Spendentafel und vier Mal im Jahr das WWF-Magazin. „Dadurch gibt es eine hohe Transparenz, was mit der Unterstützung passiert", sagt Gramling.

Stefan Ziegler, Asien-Referent des WWF, ist die Gründung des „Team Roter Panda Krefeld" ein besonderes Anliegen. „Der Rote Panda steht oft im Schatten unseres Wappentiers, dem großen Panda. Wir freuen uns, dass jetzt auch mal eine Nischenart im Fokus steht", sagt er.

Über die Verbreitung der Roten Pandas, auch Feuerfüchse genannt, in der Bergregion Bhutan ist bislang noch wenig bekannt. Fünf Biologen sollen daher für die nächsten fünf bis zehn Jahre dorthin reisen, um erst einmal Grundlagenforschung zu betreiben. „Wir müssen herausfinden, wie und wo genau die Tiere leben", sagt Ziegler. Denn durch den Bau von Wasserkraftanlagen wird der Wald gerodet. „Der Klimawandel ist auch in Asien ein großes Thema. Trockenheit führt zu erhöhter Brandgefahr auf Feldern, und Bambus wird von Nutzvieh zertrampelt", führt er fort. Der natürliche Lebensraum der Tiere schrumpft, dafür müssen Ideen zur Rückgewinnung umgesetzt werden - etwa durch Versickerungen im Wald. „Für uns ist Bhutan ein spannendes Land, denn Naturschutz steht in der Verfassung", sagt Ziegler. „Die Konstellation ist ganz gut."

Auch auf den Zoo kommt viel Arbeit zu, um seine beiden Pandas zu pflegen. In gut drei Jahren soll die 24 Jahre alte Anlage erneuert werden - dazu bedarf es Spenden.

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