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Jakob aus Bonn hat in einer Transplantation eine neue Niere bekommen.

Jakob ist acht Jahre alt und hat eine neue Niere bekommen. (Foto: Jennifer Wagner)

Von außen sieht man es dem achtjährigen Jakob aus Bonn nicht an. Aber in seinem Körper ist etwas Besonderes passiert: Er hat eine neue Niere bekommen, weil er sehr krank war. Zum Tag der Organspende heute erzählt Jakob uns, was eine Transplantation ist und wie es ihm mit seinem neuen Organ geht.

Die Niere besteht aus zwei Teilen, die aussehen wie zwei große Bohnen. Sie liegen rechts und links im unteren Rücken und reinigen das Blut von Giftstoffen. Diese Stoffe scheiden wir mit dem Urin aus, der auch in den Nieren produziert wird. Außerdem entstehen in dem Organ wichtige Hormone, die unser Körper braucht. Ein Mensch kann auch nur mit einer Niere überleben - deswegen kann man auch eine seiner beiden Nieren an jemand anderen spenden.

Was hatte Jakob?

Schon seit seiner Geburt funktionierten die Nieren von Jakob nicht richtig. Als er drei Wochen alt war musste er sogar auf die Intensivstation im Krankenhaus - dort werden Menschen besonders genau überwacht und versorgt. Die Ärzte haben damals gesagt, dass Jakob sehr bald eine neue Niere braucht, um weiterleben zu können. Doch Jakob ging es nach und nach besser. Allerdings musste er schon als Baby viele Medikamente nehmen. Jeden Tag nahm er Tabletten, damit seine Nieren weiter funktionierten. Auch einen bestimmten Saft musste er trinken. „Der sah aus wie Kaffee", erzählt Jakob heute und lacht.

Ging es Jakob dann besser?

Eine Zeitlang schon, aber dann arbeitete seine Niere wieder schlechter. Er musste sehr oft ins Krankenhaus, manchmal jede Woche einmal. Die Ärzte kontrollierten dann immer, wie gut sein Organ funktionierte. Dann wurde aber klar, dass er eine neue Niere braucht - seine eigenen waren zu schwach. Damals war Jakob sechs Jahre alt. Seine Eltern haben mit den Ärzten überlegt, was sie machen sollen.

Schließlich schien es am besten, dass Jakobs Vater ihm eine Niere spendet. „Papa musste dann ständig los und wurde im Krankenhaus untersucht", erinnert sich Jakob. Die Ärzte prüften, ob Jakobs Vater geeignet ist, um seine Niere zu spenden. „Ich fand die Vorstellung erst komisch, dass ich die Niere von Papa bekommen sollte", sagt Jakob. „Die sind doch so groß!" Aber Erwachsene können Kindern eine Niere spenden, weil sie nicht dorthin kommt, wo die Niere normalerweise sitzt. Sie wird nämlich in den Bauch gelegt - da ist genug Platz.

Was ist eine Transplantation?

Die Operation, bei der Menschen ein neues Organ bekommen, nennt man „Transplantation". Kurz vor Jakobs Operation bekam die Familie einen Anruf. Jakob könnte auch das Organ von einem fremden Menschen bekommen - der war kurz zuvor gestorben. Wenn die Ärzte schnell sind und die Niere zum Körper des Patienten passt, kann man auch ein Organ von einem toten Menschen transplantieren. Dafür hat sich die Familie von Jakob entschieden. Es kann nämlich sein, dass der Körper ein neues Organ nicht will - das heißt „abstoßen". Wenn das bei Jakob passiert wäre, hätte er immer noch die Niere von seinem Vater bekommen können. So war es also sicherer und Jakob wurde operiert - sechs Stunden lang.

Was änderte sich danach?

Vor der Transplantation durfte Jakob von vielen Dingen nicht so viel essen: Chips zum Beispiel oder Bananen. In diesen Lebensmitteln sind zu viele Stoffe, die eine kaputte Niere nicht verarbeiten kann. Wenn er diese Sachen gegessen hätte, wäre es ihm schlecht gegangen.

Mit dem neuen Organ war es direkt anders: Jakob konnte sofort alles essen, was er wollte. Sein erster Essenswunsch: Chicken Nuggets von McDonalds! Zum Glück erlaubte ein Pfleger im Krankenhaus, dass sein Vater ihm das Essen bringen durfte.

Wie geht es Jakob heute?

Jakob musste nach der Operation zwar noch ein bisschen im Krankenhaus bleiben, aber er konnte bald nach Hause. Auch heute muss er noch zwei Mal am Tag Tabletten nehmen, damit der Körper die neue Niere nicht abstößt. Außerdem muss er darauf achten, dass ihn niemand in den Bauch boxt - genau da liegt ja Jakobs neues Organ und das muss geschützt werden. Spielen, laufen und toben darf er aber genauso wie jedes andere Kind - das kann er übrigens seit der OP viel besser. „Vorher war ich immer ein bisschen müde, jetzt kann ich mehr spielen", sagt Jakob.

Das liegt daran, dass seine neue Niere jetzt seinen Körper besser mit sauberem Blut versorgen kann. Dass er überhaupt ein neues Organ hat, darüber denkt Jakob im Alltag gar nicht nach. Für ihn ist das Leben mit neuer Niere ganz normal. „Mir ist das schnurz!", sagt er und lacht.

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