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Österreichs Journalisten lehnen neues EU-Urheberrecht ab

Verleger bekommen Leistungsschutzrecht, aber die Höhe der Entschädigung für Journalistinnen und Journalisten ist unklar

 

„Angemessen“ soll die Entschädigung sein, die künftig Journalistinnen und Journalisten von ihren Verlegern aus den Erträgen des neuen Leistungsschutzrechtes bekommen. „Doch was ist angemessen“, fragt der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) Fred Turnheim, „sind das 1 Prozent, 20 Prozent oder 80 Prozent von den Einnahmen, die künftig Google & Co an die Verleger zahlen?“

 

Leider haben auch international tätige Journalistenorganisationen dem Körberlgeld für Verleger zugestimmt.

 

Ebenso bedauerlich ist, dass sich die EU-Institutionen für die Einführung des Upload-Filters für YouTube und andere Multimedia-Plattformen im Internet geeinigt haben. Der ÖJC sieht die Gefahr, dass diese Filter so restriktiv gesetzt werden, dass ein freies, demokratisches Internet nicht mehr möglich ist.

 

Die Lösung für Google & Co ist einfach. Die Online-Suchmaschinen werden die europäischen Verlage einfach nicht mehr listen und damit auch nichts bezahlen. Europas Verleger und damit auch wir Journalistinnen und Journalisten werden keinen Cent aus dem Leistungsschutzrecht bekommen. Und durch den Upload-Filter wird es zu einer weiteren Einengung des Internet kommen. „Mit dieser so sinnlosen Urheberrechtsreform hat das Internet seinen Sinn verloren“, ist Turnheim überzeugt.

 

Die Abgeordneten zum Europäischen Parlament ruft der ÖJC-Präsident auf, dem Urheberrechtspaket weiterhin die Zustimmung zu verweigern.