2 subscriptions and 4 subscribers
Article

Tag der Pressefreiheit: ÖJC fordert UN-Sanktionen gegen Staaten, die die Pressefreiheit mit Füßen treten

Pressefreiheit ist weltweit in Gefahr - Dramatische Verschlechterung auch in Europa

Die Pressefreiheit und damit eines der wichtigsten Grundrechte der Menschheit nimmt weltweit ab. Der vor einem Vierteljahrhundert von den Vereinten Nationen eingeführte "Tag der Pressefreiheit" hat nichts gebracht. Autoritäre Politiker sorgen auch in Europa für eine Hatz auf Journalistinnen und Journalisten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war.

Der Mord an der maltesischen Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia ist mehr als ein halbes Jahr nach der Tat noch nicht aufgeklärt. Die Journalistin war am 16. Oktober 2017 durch eine unter ihrem Auto befestigte Bombe getötet worden.

Auch der Doppelmord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten am 21. Februar 2018 ist bisher nicht aufgeklärt. Die beiden 27-Jährigen waren von ihren Mördern regelrecht hingerichtet worden.

In Ungarn gibt es "Schwarze Listen" von unliebsamen Journalistinnen und Journalisten. In Tschechien, Polen, Spanien und Serbien sind Journalisten zunehmend medienfeindlicher Hetze durch Politiker ausgesetzt. Und in Österreich will der FPÖ-Stiftungsrat im ORF-Aufsichtsrat Norbert Steger ORF-Korrespondenten entlassen, wenn sie "nicht korrekt" berichten.

Der amerikanische Präsident Donald Trump wirft den Journalisten "Fake" vor und produziert tagtäglich "Fake News".

In der Türkei sitzen derzeit 184 Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis. Andere, wie die deutsche Journalistin Meşale Tolu und ihr kleiner Sohn werden als Geiseln festgehalten.

Heuer wurden weltweit 21 Journalistinnen und Journalisten ermordet und 317 sind inhaftiert.

Doch, außer "schöner Worte tun die Politiker rein gar nichts, um die Pressefreiheit weltweit zu verbessern. Wir fordern daher Sanktionen gegen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, des Europarates und der Europäischen Union, die Journalistenmorde nicht aufklären, Journalisten inhaftieren oder bedrohen", sagt der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, Fred Turnheim, anlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai.