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Das Schweigen der Männer

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Haben Sie sich auch schon gefragt, weshalb Ihr Partner beim Streit plötzlich „abschaltet" und gar nichts mehr sagt? Dafür gibt es eine biologische Erklärung

Die Hauptgründe, warum Männer oft schweigen

Sie denken vielleicht, dieses Verhalten ist sozialisiert und geprägt durch schweigende Vorbilder in der Kindheit. Aber das Schweigen der Männer hat durchaus auch biologische Gründe. Bei Stress werden unsere Gehirne von Botenstoffen überschwemmt. Die signalisieren zwei Verhaltensweisen: Flucht oder Angriff. Das ist ein evolutionäres Erbe aus einer Zeit, in der es auf Leben und Tod in Sekundenschnelle ankam. Da durfte der Verstand nicht vorher abwägen, sondern der Körper musste reagieren.


Das gilt natürlich für Fauen wie Männer - allerdings bauen Männer diese Botenstoffe deutlich langsamer ab als Frauen. Wenn also die Partnerin längst wieder bereit ist, ein Problem zu besprechen, befindet sich der Mann noch im „Reboot". Dagegen hilft tatsächlich der berühmte Gang um den Block, denn Bewegung spült das Gehirn wieder frei.


Das geht dabei in ihren Köpfen vor

Bei einigen Männern wird es Furcht sein, nun, emotional aufgewühlt, etwas Falsches zu sagen. Andere erleben Kritik als Zurückweisung und je nach Selbstwertgefühl ist das stark oder sehr stark belastend. Vor allem aber ist es eine Phase der Neujustierung. Wer in seiner Kindheit Bezugspersonen erlebte, die sachlich Konflikte besprochen und gelöst haben, wird selbst ebenfalls eher auf der Sachebene als auf der persönlichen Ebene kommunizieren 

Manchmal gibt ein Wort das andere und zack: einer schmollt und der andere weiß nicht, was los ist. Keiner kann so recht aus seiner Haut. Aber: Hilft Schweigen...


Können Frauen diese Schweigemauer durchbrechen?

Nur durch Geduld und Warten, bis sich der Normalzustand soweit hergestellt hat, dass ein Gespräch überhaupt möglich ist. Natürlich ist das ein Klischee, aber „Hast du was, sag schon!" ist die falsche Strategie. Frauen, die das versuchen, merken rasch, dass sie nicht durchdringen. Das wird sich durch Wiederholung auch nicht ändern, sondern es braucht neue Ansätze. „Ich lasse dich damit in Ruhe. Bitte sprich mich an, wenn dir danach ist", kann ein Weg sein. Ob der Partner jedoch tatsächlich dann von sich aus beginnen wird, hat viel mit der individuellen Paar-Dynamik zu tun. Hat er in der Vergangenheit Lob erhalten, wenn er das versucht hat oder ist die Diskussion umgehend wieder emotional geworden?


Haben die Partner schlechte Erfahrungen gemacht ist wahrscheinlich, dass sie beide das Problem eher totschweigen werden. Und das führt auf Dauer zu einer Vermeidungsstrategie, die Menschen auseinanderbringt. Für sie mag ein Problem nicht vorhanden sein, dass niemand anspricht. Schnell denkt ein Partner: „Wenn sie/er nichts sagt, ist es vielleicht gar nicht wichtig." Und sagt selbst nichts.


Dieser von Furcht geprägte Kreislauf lässt sich aber auflösen. Eventuell durch einen vom Paar selbst initiierten Perspektivwechsel: Was geht tatsächlich im Kopf des Partners vor? Und was glaube ich nur, dass vorgeht? Die Chancen stehen sehr gut, dass ein Paar, das grundsätzlich von der gemeinsamen Zukunft überzeugt ist, seinen Kommunikationsstil verbessern kann, wenn es sich mit diesem offen auseinandersetzt.


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