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Die Moral aus Steuern und Wissen

Zuerst das Fressen, dann die Moral? Wer für eine lebenslange Rente spart, kann auch ohne Sünde Steuerlasten senken. Wie im Paradies finanzieren heimische Angebote moralisch einwandfrei. Seelenheil ist garantiert.


(db) Die jüngsten Enthüllungen zu den „Paradise Papers" sorgen derzeit für mächtigen Wirbel, wenn es darum geht, Steueroasen für grenzüberschreitende Steuergestaltung zu nutzen. Moralisch ist das zumeist nicht in Ordnung, sondern eher eine sündhaftes Verhalten gegenüber den lokalen Märkten, wo das Geld von den dort lebenden Gemeinschaften kassiert wird, ohne dem Gemeinwohl zu dienen.


Moral mit Rürup

Für Verbraucher muss Steuern sparen keine Sünde sein. Ganz legal können sie Steuervorteile für die Altersvorsorge nutzen, melden die Universa Versicherungen. Bei der privaten Rente können noch in diesem Jahr 84 Prozent der Versicherungsprämien für das Rürup-Modell steuerlich geltend gemacht werden. Pro Person ist dies auf 23.362 Euro begrenzt.


Riester spart mit Moral Steuern

Auch bei der Riester-Rente sind Sparbeiträge bis zu 2.100 Euro pro Person als Sonderausgabenabzug absetzbar. Das Finanzamt führt hier bei der Steuererklärung automatisch eine Günstiger-Prüfung durch und weist den Steuervorteil, der über den staatlichen Zulagen liegt, im Steuerbescheid extra aus. Als Mehrwert gibt es je nach Familienstand weitere Vorteile.


Steuerlast mit Moral kürzen

Von hohem Mehrwert für Beschäftigte ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Dort können in diesem Jahr insgesamt 4.848 Euro steuerlich vom Bruttogehalt umgewandelt werden. Die jeweiligen Zahlungen aus den Rentenversicherungen werden nachgelagert versteuert. Da die Einkünfte im Ruhestand in der Regel niedriger sind als im Arbeitsleben, profitieren Altersvorsorgesparer hier von einem Steuerstundungseffekt. Demnach ist die Steuerersparnis während der Erwerbszeit für die Arbeitnehmer meist deutlich höher, als die Versteuerung der Renten im Alter.


Fazit: Mit Moral Steuern in der Heimat sparen ist am Jahresende ohne Sünde und Angst vor Aufdeckung machbar. Die reichen und unmoralischen Steuersünder gehören aber in ihre Steueroasen verbannt. Wir können auf einer Kreuzfahrt die Verbannten dann mit unserer Zusatzrente in deren Steuerpardiesen mal besichtigen.


Dietmar Braun

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