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Behindert und verrückt feiern - Die Disability & Mad Pride Parade - Leidmedien.de - Über Menschen mit Behinderung berichten.

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Warum Disability Pride Parades so wichtig sind, hat Theresia Degener auf der Disability Pride Parade 2013 in Berlin sehr treffend beschrieben:

1. Ein Ziel der Pride Parades ist, ganz neu zu definieren was überhaupt eine Behinderung ist. Nach dem medizinischen Modell von Behinderung haben behinderte Menschen vor allem ein medizinisches Problem, das unbedingt kuriert werden muss. Davon muss sich das gesellschaftliche Denken endlich lösen hin zu einem sozialen Modell von Behinderung, ganz nach dem Motto: „Ich bin nicht behindert, ich werde behindert." Theresia Degener spricht dabei in ihrer Rede vom Menschenrechtsmodell von Behinderung. Die Rechte von behinderten Menschen sind keine Sozialpolitik, sondern Menschenrechte.

2. Wer immer wieder Diskriminierung und Ablehnung erfährt, der will vielleicht irgendwann nicht mehr auf die Straße gehen. Einfach um nicht noch mehr diskriminiert zu werden. Oder man hat die Diskriminierungen der Unterdrücker*innen verinnerlicht und kämpfen erst gar nicht dagegen an. Disability & Mad Pride brauchen behinderte und psychiatrieerfahrene Menschen, um gestärkt gegen Diskriminierungen zu kämpfen. Die Disability & Mad Parade kann ein erster Schritt sein, sich selbstbewusst vor anderen Menschen zu zeigen und Respekt einzufordern.

3. Das Leben ist bunt. Das zeigt auch die Disability & Mad Pride Parade ganz deutlich. Hier feiern sich behinderte Menschen als Teil der Vielfalt der Menschen. Eine Behinderung soll als Lebensstil wahrgenommen werden. Gleichzeitig sind behinderte Menschen auch nicht „nur behindert". Sie sind jung oder älter, People of Color, Menschen mit Migrationsgeschichte und noch vieles mehr.

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