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Sturmjuwel Jann-Fiete Arp: Die große HSV-Hoffnung für die Zukunft | Hamburger SV - bundesliga.de

Hamburg - Nur selten schreiben Spieler schon mit ihrer ersten Einwechslung Bundesliga-Geschichte: Jann-Fiete Arp ist das gelungen, als er am Freitagabend in der 89. Minute des Nordderbys zwischen dem HSV und dem SV Werder den Platz betrat. Der Hamburger ist der erste Akteur in der Bundesliga, der im neuen Jahrtausend geboren wurde. Arp ist die große Zukunftshoffnung des Hamburger SV.

Eigentlich wäre der gebürtige Schleswig-Holsteiner bereits in Indien gewesen. Mit der U17-Nationalmannschaft nimmt er ab Samstag an der Weltmeisterschaft teil. Doch er saß erst am vergangenen Sonntag im Flieger. Anfang der Woche wurde ihm mitgeteilt, dass er zunächst in der Hansestadt bleiben solle. "Da habe ich schon gehofft, dass ich vielleicht im Kader stehen werde", sagt Arp.


Seine Hoffnung sollte sich erfüllen. Eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit wurde er für Angreifer Bobby Wood eingewechselt. "Es war einfach überwältigend", freut sich der 2000er Jahrgang. "Ich habe beim Aufwärmen die ganze Zeit auf einen Einsatz gehofft. Einfach reinkommen und ein Tor machen - egal wie." Für einen Treffer reichte es bekanntlich nicht, aber ihm bleibt ja noch Zeit. "Die drei Minuten, die ich spielen durfte, waren nur der Beginn", so Arp mit dem nötigen Selbstbewusstsein.


Schnellster Hattrick bei einer U17-EM

Das Talent hat schon einige bemerkenswerte Rekorde in seiner jungen Vita stehen. Der DFB zeichnete Arp jüngst mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold aus. Mit der deutschen U17 verpasste der Stürmer bei der Europameisterschaft in diesem Jahr das Finale nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien nur knapp. Im Gruppenspiel zuvor hatte er gegen Bosnien-Herzegowina den schnellsten Hattrick einer U17-EM markiert, 13 Minuten reichten für den Dreierpack. An seinen persönlichen Trefferrekord erinnert er sich ebenfalls: "Die meisten Tore habe ich in der U12 beim HSV erzielt. Bei einem 22:0 habe ich mal 16 geschossen."


Die Vorbilder des schlaksigen Blondschopfs sind Robert Lewandowski, Luis Suarez und Harry Kane, vor allem letzter hat es ihm angetan. Der englische Nationalspieler ist seinem Jugendverein Tottenham Hotspur treu geblieben, beeindruckt bei den Londonern. "Er ist ein klassischer Stoßstürmer, so würde ich auch gerne spielen. Ich versuche, ihm in gewisser Weise nachzueifern, denn mit seinem Stil hat er ja im Moment großen Erfolg", erklärt Arp.


"Ich will mich beim HSV durchsetzen"

Im Sommer weckte der Torjäger angeblich großes Interesse bei Premier-League-Meister Chelsea, blieb aber an der Elbe. "Es hätte überhaupt keinen Sinn gemacht zu wechseln. Ich will mich beim HSV durchsetzen", sagt er. Im Juni erst verlängerte Arp seinen Vertrag bei den Rothosen bis 2019. Seit der letzten Winterpause trainiert der Rechtsfuß mit den Profis, während der Saison jedoch nur einmal pro Woche, weil er sich auf sein Abitur vorbereitet. Trainer Markus Gisdol beeindruckt er dennoch durch Leistung. "Die Jungen spielen bei mir nicht, weil sie jung sind, sondern weil sie sich im Training aufgedrängt haben", erläutert der. Neben Arp spielten gegen Bremen auch Tatsuya Ito und Vasilije Janjicic, verdienten sich Lob des Übungsleiters. "Sie haben mir sehr gut gefallen. Sie haben ihre Trainingsleistungen bestätigen können. Das ist klasse und muss auch weiterhin der Weg unseres Vereins sein. Aber wir brauchen Geduld."


Gedulden muss sich Gisdol nun erstmal im Fall Arp, denn der absolviert jetzt die U17-WM - und hat Großes vor. "Der Titel ist unser ZIel", äußert er. Auch sein Nationalcoach Christian Wück freut sich, dass sein Schützling mit Rückenwind zum Team stößt: "Wir freuen uns sehr für Fiete, dass er seine ersten Bundesliga-Minuten gespielt hat. Die Einwechslung am Samstag wird ihm einen zusätzlichen Schub geben, um ein erfolgreiches Turnier zu spielen." Das Endspiel dieses Turniers ist auf den 28. Oktober datiert. Drei Bundesliga-Spiele müsste sich Gisdol gedulden.


Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage
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